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Von Imaginationen himmlischer Erlösung bis zum Pogrom – Der Umgang mit Leprakranken im historischen Überblick.

Authors
  • Uhrmacher, Martin
Publication Date
Feb 13, 2020
Source
ORBilu
Keywords
Language
German
License
Unknown
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Abstract

Die Geschichte der Lepra ist geprägt von Elend, Siechtum und Ausgrenzung bis hin zum Pogrom, aber andererseits auch von religiöser Überhöhung, Privilegierung und beispielhafter Fürsorge. Diese Ambivalenz ist sehr typisch für den Umgang mit Leprakranken, auch Leprose genannt, im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Und sie spiegelt sich auch in Vorurteilen wider, mit denen die an Lepra Erkrankten konfrontiert waren. Das Spektrum reicht hier von Imaginationen himmlischer Erlösung bis hin zur Unterstellung von Sünden und Verbrechen. Der Vortrag beschreibt zunächst Ursprünge und Ausprägungen von Vorurteilen gegenüber Leprakranken beschreiben. Kann man überhaupt von „den Leprosen“ sprechen, die stets als typische Randgruppe der mittelalterlichen Gesellschaft bezeichnet werden? Oder führten Vorurteile in unterschiedlichen zeitlichen und sozialen Kontexten womöglich zur Bildung verschiedener Gruppen? Hierzu werden im zweiten Teil ausgewählte Quellenbeispiele in den Blick genommen. Sie zeigen auf, welche konkreten Auswirkungen bestehende Vorurteile in der Praxis auf die Lebenswelt von Leprakranken hatten. Und sie ermöglichen, der Wandlung von Vorurteilsstrukturen in der long durée nachzugehen.

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