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Virchow medallists and honorary members of the German Society of Pathology and their relationship with National Socialism : A cross-sectional study.

Authors
  • Schmidt, Mathias1
  • Gräf, Christina
  • Gross, Dominik2
  • 1 Institute for the History, Theory and Ethics of Medicine, RWTH Aachen University Hospital, Wendlingweg 2, MTI II, 52074, Aachen, Germany. [email protected] , (Germany)
  • 2 Institute for the History, Theory and Ethics of Medicine, RWTH Aachen University Hospital, Wendlingweg 2, MTI II, 52074, Aachen, Germany. [email protected] , (Germany)
Type
Published Article
Journal
Der Pathologe
Publication Date
Nov 01, 2021
Volume
42
Issue
Suppl 1
Pages
30–43
Identifiers
DOI: 10.1007/s00292-020-00766-z
PMID: 33084976
Source
Medline
Keywords
Language
English
License
Unknown

Abstract

Die vorliegende Studie richtet den Fokus auf den Kreis der Pathologen, die (1) von der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) zu Ehrenmitgliedern oder zu Trägern der Rudolf-Virchow-Medaille ernannt wurden und (2) das „Dritte Reich“ als erwachsene Personen erlebt haben. Sie untersucht insbesondere das Verhältnis der Ausgezeichneten zum Nationalsozialismus und damit zugleich die Kriterien der Fachgesellschaft bei der Vergabe derartiger Ehrungen. Konkret gilt es zu klären, welche Rolle die DGP-Verantwortlichen beim Auswahlprozess der politischen Haltung bzw. Erfahrung der Kandidaten in der NS-Diktatur beimaßen: Finden sich unter den Geehrten NS-Opfer, deren repressive Erfahrungen und Lebensschicksale man auf diese Weise würdigen wollte? Ebenso interessiert die Gegenfrage: Wurden Pathologen geehrt, die sich im „Dritten Reich“ (partei)politisch zum Nationalsozialismus bekannt hatten?Insgesamt erfüllen neun Virchow-Medaillenträger und drei Ehrenmitglieder die Einschlusskriterien. Keine der betreffenden Personen gehört zum Kreis der Pathologen, die im „Dritten Reich“ Unrecht erlitten hatten bzw. als NS-Opfer bezeichnet werden können. Demgegenüber waren vier der neun deutschen Virchow-Medaillenträger bzw. eines der drei Ehrenmitglieder der NSDAP und z. T. weiteren NS-Organisationen beigetreten. Offenkundig war die frühere Nähe zum Nationalsozialismus bei der Auswahl der Ehrenmitglieder und Virchow-Medaillenträger kein maßgeblicher Gesichtspunkt und insbesondere kein Ausschlusskriterium.Besagte Ergebnisse korrespondieren mit den Resultaten einer parallel durchgeführten Studie, in der die politische Vergangenheit der bis 1986 berufenen deutschen DGP-Vorsitzenden untersucht wurden. Diese ergab, dass sich zwei Drittel derselben im „Dritten Reich“ der Partei der Nationalsozialisten angeschlossen hatten.

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