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Münchner Nomenklatur III: Klassifikation nach Risiko

Authors
  • Marquardt, K.1
  • Ziemke, P.
  • 1 Praxis für Pathologie, Güstrower Str. 34, Schwerin, 19055, Deutschland , Schwerin (Germany)
Type
Published Article
Journal
Der Pathologe
Publisher
Springer Medizin
Publication Date
Oct 09, 2017
Volume
39
Issue
1
Pages
57–64
Identifiers
DOI: 10.1007/s00292-017-0382-x
Source
Springer Nature
Keywords
License
Green

Abstract

ZielDie vorgestellte Untersuchung bewertet das Risiko kontrollbedürftiger zytologischer Befunde, die nicht unmittelbar therapiepflichtig sind. Auf der Basis der Münchner Nomenklatur III soll ein Beitrag zur Entwicklung risikoadaptierter Abklärungsalgorithmen geleistet werden.Methoden3396 Frauen mit Gruppe II-p, IIID1, III-p, IIID2, IVa-p, IVb-p und V‑p von Januar 2014 bis März 2016 („Eingangsbefunde“) wurden in einer Praxis für Pathologie (KM, Schwerin) erfasst. Das Lebensalter, zuvor erhobene zytologische Befunde, alle zytologischen Folgebefunde sowie histologische Befunde bis Juli 2017 wurden dokumentiert. Für die Eingangsbefunde wurde das kumulative Risiko für CIN2+ bzw. CIN3+ ermittelt, ferner das Risiko bei persistierenden Befunden.ErgebnisseFür die Eingangsbefunde der Gruppen II-p, IIID1, III-p und IIID2 beträgt nach einer Beobachtungszeit von durchschnittlich 24,4, 21,1, 15,6 bzw. 14,3 Monaten das Risiko für CIN2+ (%) 7,3, 17,1, 46,3 bzw. 62,4. Das Risiko für CIN3+ (%) liegt bei 5,0, 9,3, 37,6 bzw. 45,8. Bei persistierenden Befunden derselben Gruppe ohne Auftreten anderer pathologischer Befundgruppen steigt das Risiko für CIN2+ signifikant vom ersten zum zweiten II-p‑, IIID1-, III-p- und IIID2-Befund (0 bzw. 3,6; 0,21 bzw. 3,6; 7,2 bzw. 58,3 und 8,1 bzw. 64,7 %). Das Risiko für CIN2+ und CIN3+ ist bei Gruppe III-p für Frauen <35 Jahre sowie <30 Jahre hoch signifikant höher als für die älteren Frauen. Bei den Gruppen II-p, IIID1 und IIID2 finden sich keine signifikanten Altersunterschiede.SchlussfolgerungenDie Münchner Nomenklatur III klassifiziert zytologische Befunde nach ihrem Risiko. Die Befundgruppen sind unter Berücksichtigung der individuellen zytologischen Anamnese eine solide Basis für ein risikoadaptiertes klinisches Management.

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