Affordable Access

Access to the full text

Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalt: Einflussfaktoren auf die Entlassung in die eigene Häuslichkeit

Authors
  • Kolip, P.1
  • Güse, H.-G.2
  • 1 Universität Bremen—Fachbereich 11, Zentrum für Public Health, Bremen, 28334, Germany , Bremen
  • 2 Güse Mediconsult, Elsasser Str. 16, Bremen, 28211, Germany , Bremen
Type
Published Article
Journal
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Publisher
Steinkopff-Verlag
Publication Date
Jun 01, 2004
Volume
37
Issue
3
Pages
231–239
Identifiers
DOI: 10.1007/s00391-004-0188-3
Source
Springer Nature
Keywords
License
Yellow

Abstract

Die Kurzzeitpflege (KZP) hatte sich seit 1989 mit Einführung der Schwerpflegebedürftigkeit gemäß § 56 SGB V i. S. der Urlaubspflege als Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung für die Patientinnen und Patienten etabliert. Seit 1996 haben sich mit der Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes die Rahmenbedingungen der KZP verändert, insbesondere wurde als Kostenträger die neue Pflegeversicherung zuständig. Der Beitrag untersucht die Rolle der KZP im Versorgungsangebot nach einem Krankenhausaufenthalt. Er versucht nachzuzeichnen, welche PatientInnen unter welchen Bedingungen und mit welchen Diagnosegruppen nach einem Krankenhausaufenthalt in eine KZP vermittelt werden und geht der Frage nach, welche Faktoren die Entlassung aus der KZP in die eigene Häuslichkeit oder die Überleitung in eine stationäre Dauerpflege beeinflussen. Die Pflegedokumentationen einschließlich Arztbriefen und MDK-Kurzgutachten (soweit vorhanden) von 325 KlientInnen aus fünf eigenständigen KZP-Einrichtungen der Stadt Bremen aus dem Jahr 2001 (etwa 50% aller poststationären KZP-Aufenthalte in Bremen) wurden mit einem standardisierten Erhebungsbogen ausgewertet. Das Durchschnittsalter der PatientInnen beträgt 82,9 Jahre, der Frauenanteil der Klientel liegt bei 80,3%. Der vorausgehende Krankenhausaufenthalt dauert durchschnittlich drei Wochen (Frauen: 20,1 Tage, Männer: 27,6 Tage). Nervenerkrankungen (insbesondere Apoplex) und Herzerkrankungen prägen das Krankheitsbild. Der überwiegende Teil der PatientInnen (39,1%) wird anschließend in ein Altenbzw. Pflegeheim überwiesen, 36,0% der PatientInnen kehren nach Hause zurück. Einflussfaktoren auf die Übersiedelung in die stationäre Dauerpflege sind ein vergleichsweise langer Krankenhausaufenthalt, das Vorliegen einer Nervenerkrankung sowie die Einschätzung des Klinikpersonals, dass die KZP dem „Warten auf einen Heimplatz“ dient. Die Ergebnisse belegen die hohe Bedeutung, die der KZP im Rahmen der poststationären Versorgung für bestimmte KrankenhauspatientInnen zukommt.

Report this publication

Statistics

Seen <100 times