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Kann die Ketoacidose bei pädiatrischen Patienten mit Manifestation eines Diabetes mellitus Typ 1 vermieden werden? Lehren aus der COVID-19-Pandemie

Authors
  • Mönkemöller, Kirsten1
  • Kamrath, Clemens2
  • Hammersen, Johanna3
  • Biester, Torben4
  • Warncke, Katharina5, 6
  • Pappa, Angeliki7
  • Fink, Katharina8, 9
  • Raile, Klemens10
  • Rohrer, Tilman R.11
  • Holl, Reinhard W.8, 9
  • 1 Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße,
  • 2 Abteilung für pädiatrische Diabetologie und Endokrinologie, Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, Universitätsklinikum, Justus Liebig Universität Gießen, Gießen, Deutschland
  • 3 Universitätsklinikum Erlangen,
  • 4 Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult, Hannover, Deutschland
  • 5 Technische Universität München,
  • 6 Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt,
  • 7 Universitätsklinikum RWTH Aachen,
  • 8 ZIBMT, Universität Ulm,
  • 9 Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD),
  • 10 Charité, Universitätsmedizin Berlin,
  • 11 Universitätsklinikum des Saarlandes,
Type
Published Article
Journal
Monatsschrift Kinderheilkunde
Publisher
Springer Medizin
Publication Date
Jan 08, 2021
Pages
1–8
Identifiers
DOI: 10.1007/s00112-020-01108-2
PMID: 33437098
PMCID: PMC7791536
Source
PubMed Central
Keywords
License
Unknown

Abstract

Hintergrund Die diabetische Ketoacidose (DKA) ist ein lebensbedrohlicher Notfall bei Manifestation eines Diabetes mellitus Typ 1 (DM1) bei Kindern und Jugendlichen, häufig bei verspäteter Diagnosestellung oder vorheriger Fehldiagnose. Während der Zeit des „Coronavirus-disease-2019(COVID-19)-Lockdowns“ in Deutschland stellten sich weniger Patienten in Notfallambulanzen und Arztpraxen vor. Fragestellung Hat sich der Anteil der DKA bei Manifestation eines DM1 in der pädiatrischen Population in diesem Zeitraum verändert, und welche Gruppen sind besonders gefährdet, eine DKA zu erleiden? Material und Methoden Die DKA-Häufigkeit in der Zeit vom 13.03.2020 bis 13.05.2020 wurde bei Patienten <18 Jahren mit DM1-Manifestation in pädiatrischen Diabeteszentren untersucht. Die Diabeteszentren dokumentierten ihre Einschätzung, ob durch COVID-19 die Vorstellung verzögert war. Um den Einfluss von Risikofaktoren auf die DKA-Häufigkeit zu analysieren, erfolgte ein Vergleich der Daten aus dem Jahr 2020 mit denselben Zeiträumen der Jahre 2018 und 2019 mit linearen und logistischen Regressionsmodellen. Ergebnisse Die Daten von 532 Patienten aus 216 Diabeteszentren zeigten, dass das Risiko für eine DKA im Vergleich zu den Jahren 2018/2019 um 84,7 % und für eine schwere DKA um 45,3 % erhöht war. Kinder <6 Jahren waren mit einer Steigerung einer DKA um 141,6 % bzw. einer schweren DKA um 97,0 % besonders betroffen. Migrationshintergrund war ein COVID-19-unabhängiger Risikofaktor. Insgesamt wurden 31 % der Patienten verspätet vorgestellt, oder ihre Diagnose wurde zuvor verkannt. Diskussion In der Zeit des „COVID-19-Lockdowns“ war die Häufigkeit der DKA bei DM1-Manifestation für Kinder und Jugendliche signifikant erhöht. Alter <6 Jahre, Migrationshintergrund und verzögerte Vorstellung waren die Hauptrisikofaktoren.

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