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Innovatives SARS-CoV-2-Krisenmanagement im öffentlichen Gesundheitswesen: Corona-Dashboard und Abwasserfrühwarnsystem am Beispiel Berchtesgadener Land

Authors
  • Roßmann, Katalyn1
  • Großmann, Gerd1
  • Frangoulidis, Dimitrios1
  • Clasen, Rüttger2
  • Münch, Manuel2
  • Hasenknopf, Manfred2
  • Wurzbacher, Christian3
  • Tiehm, Andreas4
  • Stange, Claudia4
  • Ho, Johannes4
  • Woermann, Marion3
  • Drewes, Jörg E.3
  • 1 Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr,
  • 2 Landratsamt Berchtesgadener Land, Bad Reichenhall, Deutschland
  • 3 Technische Universität München,
  • 4 TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser,
Type
Published Article
Journal
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
Publisher
Springer-Verlag
Publication Date
Oct 01, 2021
Pages
1–11
Identifiers
DOI: 10.1007/s00103-021-03425-7
PMID: 34596701
PMCID: PMC8485315
Source
PubMed Central
Keywords
Disciplines
  • Originalien und Übersichten
License
Unknown

Abstract

Hintergrund Eine infektiologische Krisensituation wie die SARS-CoV-2-Pandemie stellte die Verwaltungsstrukturen des öffentlichen Gesundheitsdienstes vor erhebliche Herausforderungen, die abhängig von der personellen und digitalen Ausstattung in einer unterschiedlichen Effizienz des Ausbruchsmanagements resultierten. Die Einbindung von innovativen Instrumenten der Pandemiebekämpfung, wie Clusternachverfolgung, Risikogruppentestungen oder wie z. B. die von der EU-Kommission empfohlene Einbindung des Abwassermonitorings, wurde dadurch maßgeblich erschwert. Ziel In dieser Fallstudie im Berchtesgadener Land stellen wir die Einbindung eines flächendeckenden georeferenzierten Abwassermonitorings vor, das seit Nov. 2020 95 % der gesamten Bevölkerung erfasst. Methoden Für eine flächendeckende Erfassung erfolgte die Probennahme an 2 Tagen pro Woche an 9 kommunalen Kläranlagen und zusätzlich direkt aus der Kanalisation an 3 Standorten. Die Abwasserproben wurden direkt mittels Zentrifugation zur Feststoffabtrennung aufbereitet und über eine digitale Droplet Polymerase-Kettenreaktion (PCR) 4 spezifische Gene von SARS-CoV‑2 erfasst und quantifiziert. Ergebnisse Die Einbindung des georeferenzierten Abwassermonitorings war erfolgreich. Die Abwasserbefunde werden für jede Gemeinde mit den Inzidenzen pro 100.000 Einwohnern dargestellt. Änderungen im Infektionsgeschehen sind 10 Tage vor den offiziellen Fallzahlen mit einer Sensitivität von ca. 20 pro 100.000 Einwohner erkennbar. Diskussion Die Integration dieser innovativen Ansätze in eine umfassende Lageführung mittels eines digitalen Dashboards und der Etablierung eines Frühwarnsystems anhand eines quantitativen Abwassermonitorings resultierte im Landkreis Berchtesgadener Land in einem sehr effizienten, proaktiven Krisenmanagement. Dieses kann als Blaupause für andere Kommunen in Deutschland dienen.

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