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Informelles Lernen bei Kindern und Jugendlichen und die Reproduktion sozialer Ungleichheit

Authors
  • Stecher, Ludwig1
  • 1 Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Schloßstraße 29, Frankfurt am Main, 60486, Germany , Frankfurt am Main (Germany)
Type
Published Article
Journal
Zeitschrift für Erziehungswissenschaft
Publisher
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Publication Date
Sep 01, 2005
Volume
8
Issue
3
Pages
374–393
Identifiers
DOI: 10.1007/s11618-005-0146-x
Source
Springer Nature
Keywords
License
Yellow

Abstract

Während der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und dem Erfolg schulischen Lernens durch zahlreiche Studien hinlänglich belegt ist, folgt der vorliegende Beitrag der Frage, inwieweit dieser Zusammenhang auch für den Bereich des informellen Lernens gilt. Dabei konzentrieren wir uns auf einen für Kinder und Jugendliche wichtigen Bereich des informellen Lernens: die Medien. Auf der Grundlage des Konzepts der Kontextualisierung von Tully und der Theorie sozialer Reproduktion von Bourdieu gehen wir im Speziellen der Frage nach, inwieweit Kinder und Jugendliche der Meinung sind, dass man in bestimmten Medien bzw. Medienangeboten außerhalb der Schule etwas lernen kann — und inwieweit diese Einschätzungen mit dem soziokulturellen Hintergrund der Heranwachsenden variieren. Der Beitrag bezieht sich damit nicht auf die konkrete Handlungsebene des informellen Lernens (wie etwa die tatsächliche Mediennutzung), sondern zielt auf die Ebene der diesem Handeln zu Grunde liegenden Haltungen und Einstellungen — auf die ‚generativen Schemata von Praxis‘ (Bourdieu). Dabei zeigt sich, dass Mädchen, ältere Jugendliche und Gymnasiasten vor allem auf qualitativ hochwertige Medienangebote — wie Nachrichten oder Tageszeitungen — als mögliche informelle Lernquellen setzen, während sie Boulevardformaten — wie Fernsehserien, Talkshows oder Videoclips — ein solches Potenzial absprechen. Lediglich männliche Hauptschüler gewichten das Lernpotenzial von Qualitäts- und Boulevardmedien annähernd gleich.

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