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Die Quelle der thierischen Wärme

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  • Ddc:590

Abstract

Die Quelle der thierischen Wärme. Von Professor M. Rubner. I. Historisches. Die Anschauungen über den Lebensprocess, welche man in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts vertrat, erscheinen uns heutz.utage dunkel und verworren; trotz der vielen einzelnen durch Erfahrung und Experimente erschlossenen Thatsachen fehlte das einheitliche Band, welches die Bruchstücke und Theile zu einem Ganzen verknüpft hätte, und die fiktive Lebenskraft, welche er- klärend und erläuternd wirken sollte I war selbst der Erklärung und Erläuterung aufs Dringendste bedürftig. In diese Zeit fiel die lichtvolle Hypothese Lavoisier'sl), der den Lebenspl'ocess für einen durch die Respiration unterhaltenen Verbrennungsprocess erklärte, nnd sie ist der Markstein emer neuen für die Physiologie anbrechenden Aera geworden. Die Hypothese nannte den Respirationsprocess einen Ver- brennungspl'ocess und behauptete, er sei die Quelle der thierischen Wärme. Die erste Annahme liess sich durch Experimente über die Athmung mit genügender Sicherheit erweisen; denn die Sauerstoffaufnahme, die Kohlensäureabgabe und ihre Beziehungen waren nach Maass und Zahl zu bestimmen. Anders stand es aber mit dem weiteren Schlusse, dass die von einem Thiere gelieferte 1) La v 0 i Bi e r 'g physikal. chem. Schriften. Deutsch von W ei ge 1. Greifs- wald, 1785. Bd. 3 S. 292 if. 74 Die Quelle der thierischen Wärme. Wärme aus dem Verbrennungsprocess herrühre; er war zu kühn, _um ohne einen eingehenden Beweis allgemein acceptirt zu werden. Der Beweis des zweiten Satzes der La v 0 i si er'schen Hypothese wurde oft versucht, doch nie erbracht, obschon mit der Verfeinerung der Methoden immer neue Kräfte der Sache näher traten. Lavoisier, unterstützt VOil Laplace, ersann zuerst den Ver- such, deI" seiner Hypothese die nöthige Stütze verleihen sollte. Ein Meerschweinchen wurde in ein Eiscalorimeter gebracht und seine Wärmeabgabe bestimmt; in einem andern Experimente brachte man es unter eine Glasglocke

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