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Ein Lösungsweg für die europäische Zahlungsbilanzkrise? Mehr Markt wagen!

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Ein Lösungsweg für die europäische Zahlungsbilanzkrise? Mehr Markt wagen! Die europäische Zahlungsbilanzkrise i fo Schne l ld ienst 16/2011 – 64. Jahrgang 73 Ein Lösungsweg für die europäische Zahlungsbilanzkrise? Mehr Markt wagen! Seit gut zwei Jahren haben sich die Zahlungsbilanzungleich- gewichte und Staatsschulden zu einer europäischen Zah- lungsbilanzkrise ausgeweitet. Darunter verstehen wir, dass sich zuvor eingegangene Zahlungsverpflichtungen, d.h. die Schulden, eines einzelnen Mitglieds bzw. einer Gruppe von Mitgliedern der Europäischen Wirtschafts- und Währungs- union (EWU) als nicht tragbar erweisen. Diese Krise hat sich nochmals im Anschluss an den Euro-Gipfel Ende Juli 2011 verschärft und harrt nach wie vor einer wirksamen und dau- erhaften Lösung. Zur Klärung: Es muss betont werden, dass weder Staats- schulden noch Leistungsbilanzsalden als solche gene- rell ein Problem darstellen müssen. Ganz im Gegenteil, unter bestimmten Umständen ist es ökonomisch völlig rational, dass sich Unternehmen oder Regierungen ver- schulden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Schulden investiv genutzt werden, d.h. wenn Regierun- gen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur – um nur einige Fälle zu nennen – investieren oder wenn Private ih- re Produktionsanlagen modernisieren oder ausweiten. Die Theorie des Schuldenzyklus macht sehr deutlich, dass es teilweise geboten ist, sich zu verschulden, um mit den Erträgen aus den Investitionen, die mit Hilfe der Schul- den vorgenommen werden, diese Schulden samt Zins zu bezahlen und den eigenen Wohlstand zu erhöhen. Lei- der reden wir heute aber nicht über eine so genutzte Verschuldung; die betroffenen Regierungen haben die Schulden vor allem konsumtiv verwendet, weil es sich po- litisch gelohnt hat, kurzfristige Impulse zu setzen. Die Theorie der Zeitinkonsistenz erklärt dieses Verhalten recht schlüssig. Dieser Beitrag geht kurz auf die Ursachen der Zahlungsbi- lanzkrise im Euroraum ein, denn nur bei Kenntnis der Ursa- chen

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