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"Welt" des Marktes? : zur Vergesellschaftung durch technische Artefakte an Finanzmärkten

Authors
Publisher
Campus Verl.
Publication Date
Keywords
  • Social Sciences
  • Sociology
  • Anthropology
  • Economics
  • Sozialwissenschaften
  • Soziologie
  • Wirtschaft
  • Finanzmarkt
  • Börse
  • Informationstechnologie
  • Kommunikationstechnologie
  • Devisen
  • Handel
  • Gesellschaft
  • Technik
  • Artefakt
  • Computervermittelte Kommunikation
  • Sozialisierung
  • Sozialisation
  • Gesellschaftstheorie
  • Markt
  • Rationalität
  • Bundesrepublik Deutschland
  • Wirtschaft
  • Rolle
  • Auswirkung
  • Handlungsorientierung
  • Lebenswelt
  • Sektionssitzungen
  • Sektion Wissenschafts- Und Technikforschung: Moderne Gesellschaften Im Spannungsfeld Von Technisieru
  • Wirtschaftssoziologie
  • Volkswirtschaftstheorie
  • Technikfolgenabschätzung
  • Sociology Of Economics
  • Economic Theory
  • Technology Assessment
  • Applied Research
  • Documentation
  • Empirical
  • Qualitative Empirical
  • Theory Application
  • Anwendungsorientiert
  • Dokumentation
  • Empirisch
  • Empirisch-Qualitativ
  • Theorieanwendung

Abstract

"Der Beitrag setzt sich mit den finanzmarkt- und techniksoziologischen Studien von Karin Knorr Cetina und Urs Bruegger auseinander. Knorr Cetina und Bruegger zufolge stellt die Tätigkeit von DevisenhändlerInnen am globalen Devisenmarkt eine 'postsoziale' Beziehung dar: die HändlerInnen bezögen sich auf den Markt als eine 'timeworld', die eigenen Rhythmen folge. Diese Welt werde den HändlerInnen 'appräsentiert' durch eine Kommunikationsinfrastruktur und insbesondere durch die Bildschirme, an denen gearbeitet werde. Die Bindung der Subjekte an diese technischen Objekte sei nicht mit Freudschen Kategorien zu erklären, sondern eher in Lacanschen Begriffen: Bindungen würden nicht durch intersubjektive Identifikation erzeugt, sondern durch die unbewusste Suche im Objekt nach dem, woran es dem Subjekt mangelt (insbesondere Prognosefähigkeit). Diese Form der Vergesellschaftung sei paradigmatisch für hochmoderne, posttraditionale Gesellschaften, in denen die Beziehung zu (durch Massenmedien vermittelten) Idealen des Selbst wichtiger sei als normorientierte Beziehungen zu 'signifikanten Anderen' im Sinne Meads. Diese Theoreme zur gesellschaftstheoretischen Bedeutung von technischen Artefakten werden dann mit Befunden konfrontiert, die aus einem Interviewprojekt mit Finanzprofessionellen stammen. In diesen Interviews finden sich Hinweise nicht nur auf eine, sondern auf zwei 'timeworlds': einerseits der kurzfristige, schnelllebige, irrationalen Dynamiken unterworfene Markt, andererseits der langfristig an die Realwirtschaft rückgebundene, effiziente und rationale Markt. Während das kurzfristige Marktverständnis Rekurs auf die technische Institutionalisierung globaler Finanzmärkte nimmt, ist dies beim langfristigen Marktverständnis nicht der Fall. Diese Ergebnisse werden in einem dritten Schritt auf ihre theoretische Bedeutung hinsichtlich der Rolle der Kommunikationstechnologie bei der Herstellung finanzmarktlicher Handlungsfähigkeit hin befragt. Die theoretische Auswertung dieser Ergebnisse besagt, dass soziale Strukturierungsmacht den Kommunikationstechnologien und technischen Artefakten nicht per se innewohnt, sondern in konkrete Handlungskontexte und Rekursivitätsverhältnisse (etwa 'systemische Integration') eingebettet ist. Der Finanzmarkt ist daher nicht so sehr ein exemplarischer Ort der Technisierung von Lebenswelten, sondern diese Technisierung steht im Kontext spezifischer, durch den Markt vorstrukturierter Handlungstypen und Orientierungsweisen." (Autorenreferat)

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