Affordable Access

[Rezension zu:] Hans Körner (Hrsg.): "Flächenland". Die abstrakte Malerei im frühen Nachkriegsdeutschland und in der jungen Bundesrepublik. Tübingen/Basel: Francke 1996. 278 S.

Authors
Publication Date
Keywords
  • Ddc:750

Abstract

[Rezension zu:] Hans Körner (Hrsg.): "Flächenland". Die abstrakte Malerei im frühen Nachkriegsdeutschland und in der jungen Bundesrepublik 130 Besprechungen Hans Körner (Hrsg.): >Flächenland<. Die abstrakte Malerei im frühen Nachkriegs- deutschland und in der jungen Bundesrepublilr. Tübingen 1 Basel: Francke 1996. 278 S. In den frühen 1960er Jahren, mit dem Aufkommen der Pop Art, sah sich die ab- strakte Malerei bekanntlich mit einer herben Zurückweisung ihres Anspruchs kon- frontiert, die avancierte Ausdrucksform der Avantgarde ZU sein. In der Bundes- republik wurde diese Zurückweisung der Abstrakten in besonders scharfer Form vorgetragen, denn hier wurde sie politisiert vor dem Hintergrund des National- sozialismus. So nickte Hans Platschek, der sich als Maler zur >Neuen Figuration< bekannte, Ernst Wilhem Nays Bilder und ihre Kommentierung durch Werner Haftmann in die Nähe der braunen Ideologie, die Sehnsucht nach dem Ur- sprünglichen und Reinen, nach dem Mythischen und Archaischen als Gemeinsam- keit kennzeichnend. Und noch anläßlicli des 40. Jahrestages des Kriegsendes am 5. Mai 1985 wurde - seitens Günter Grass' -der Vorwurf erhoben, daß die abstrakte Malerei in ihrer angeblich tapetenhaften Unverbindlichkeit ein der Verdrängung günstiges geistiges Klima im Nachkriegsdeutschland geschaffen habe. Hans Körner referiert einleitend diese Auseinandersetzung, um die heutige kunst- historische Perspektive entschieden von ihr abzugrenzen. »Wir müssen uns nicht mehr zwischen Nay und Pop Art entscheiden, beides ist Kunstgescliichte. Die af- firmativen oder ablehnenden Äußerungen von Künstlern, Laien, Kunstlrritikern oder Kunsthistorikern zwingen uns heute nicht mehr zur Parteinahme. Sie sind hi- storische Quellen geworden« (S. 18). Die abstrakte Malerei iin Nachkriegsdeutsch- land soll also jenseits ihrer Konfrontation mit der gegenständlichen Kunst be- trachtet werden, für obsolet wird die Frage erklärt, ob die eine oder die andere Richtung das historisch avancierte

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.