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Ein überschätztes Buch?

Authors
  • Lieb, Felix1, 2
  • 1 Ludwig-Maximilians-Universität München, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539, Germany , (Germany)
  • 2 Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, Leonrodstrasse 46b, 80636, Germany , (Germany)
Type
Published Article
Journal
Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
Publisher
De Gruyter Oldenbourg
Publication Date
Oct 01, 2019
Volume
67
Issue
4
Pages
565–592
Identifiers
DOI: 10.1515/vfzg-2019-0039
Source
De Gruyter
Keywords
License
Yellow

Abstract

Nur wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs mahnte der Philosoph Karl Jaspers, dass das „Übernehmen der Schuld […] zu einem Grundzug unseres deutschen Selbstbewußtseins“ werden müsse. Jaspers’ 1946 veröffentlichte „Schuldfrage“ und die darin formulierte Unterscheidung zwischen krimineller, politischer, moralischer und metaphysischer Schuld gelten bis heute als ausgesprochen wichtigste Beiträge zur Frage nach der Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der zeitgenössischen Reaktionen kann Felix Lieb zeigen, dass Jaspers’ Buch in der Nachkriegszeit kaum wahrgenommen wurde. Außerdem begriffen die Deutschen seine Thesen zunächst weniger als Aufruf zum eigenen Schuldeingeständnis, sondern eher als willkommenes Instrument zur Abwehr eines vermeintlichen Kollektivschuldvorwurfs.

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