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Die Globalisierung und der Wohlfahrtsstaat: Ein Literaturrückblick

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Abstract

In der Politikwissenschaft gibt es drei verschiedene Thesen zum Zusammenhang von Globalisierung und Wohlfahrtsstaat. Die erste behauptet, die Globalisierung sei schuld an der chronischen Krise des Wohlfahrtsstaates. Der Prozess der außenwirtschaftlichen Öffnung und internationalen Integration setze die Regierungen unter Druck, sich marktgerecht zu verhalten und zwinge sie dadurch, sich von kostenintensiven Sozialprogrammen zu verabschieden (Globalisierungstheorie). Die zweite These ist genau entgegengesetzt. Was immer die Gründe der chronischen Krise des Wohlfahrtsstaates sein mögen, der Prozess der außenwirtschaftlichen Öffnung habe damit nichts zu tun (Globalisierungsskepsis). Die dritte These schließlich lautet, dass die Globalisierung nicht nur an der Krise des Wohlfahrtsstaates unschuldig sei, sondern selbst als Produkt dieser Krise und Teil ihrer Lösung verstanden werden müsse (Revisionismus). Das Papier stellt alle drei Thesen ausführlich vor und zeichnet ihre intellektuellen Entwicklungslinien nach. -- There are basically three stories about the globalisation-welfare state nexus. The first story argues that globalisation is the cause of the chronic crisis of the welfare state (globalization theory). The second maintains that whatever the cause of the welfare state crisis, globalisation is not part of it (globalization sceptics). The third story holds that globalisation, far from causing the welfare state's troubles, is a consequence of these troubles and part of their solution (revisionism). The paper reviews each of these stories and traces their intellectual origins.

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