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Bemerkungen zu kommunikationstheoretischen Elementen in der analytischen Sozialpsychologie Erich Fromms

Authors
Publisher
Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek
Publication Date
Keywords
  • Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft
  • Psychologie
  • Psychoanalyse
  • Sozialpsychologie
  • Analytische Sozialpsychologie
  • Erich Fromm
  • Psychology

Abstract

Die Rekonstruktion des Argumentationsganges sollte deutlich machen, dass die Konzeptualisierung der Frommschen analytischen Sozialpsychologie bis zur Schrift Die Furcht vor der Freiheit (E. Fromm, 1941a) einer einheitlichen Konstruktionslogik folgt. Kennzeichen der analytischen Sozialpsychologie ist eine funktionalistische Argumentation zur Bestimmung des Verhältnisses von Historischem Materialismus und Psychoanalyse, die in den Funktionsbegriffen der Familie, der libidinösen Struktur der Gesellschaft, d.h. des Gesellschafts- Charakters, greifbar wird und die in Psychoanalyse und Ethik (E. Fromm, 1947a) und in Wege aus einer kranken Gesellschaft (E. Fromm. 1955a) im Rahmen einer anthropologisch-ethisch fundierten Charakterologie weiter ausdifferenziert wird. Durch Verschiebungen des unterstellten Erklärungsfaktors innerhalb der funktionalistischen Argumentation, die frühere Unschärfen beseitigen sollte, werden allerdings Bestimmungsmomente sichtbar, die den funktionalistischen Theorierahmen inhaltlich aufsprengen und die kommunikationstheoretisch rekonstruiert werden können. Besonders Fromms Ausführungen zum Bedürfnis der ?Bezogenheit auf andere? bietet die Möglichkeit, kommunikativ strukturierte Interaktionen sowohl in der primären Sozialisationsinstanz der Familie als konkretes Umschlagsfeld gesellschaftlicher und individueller Dispositionen zu dechiffrieren, als auch deren enge Verzahnung mit den sekundären Sozialisationsbedingungen deutlich zu machen. Durch die veränderte Blickrichtung könnten Fromms Ausführungen theoriestrategisch Anknüpfungspunkte für eine Sozialisationstheorie bieten, ?die Freud mit Mead verbindet, die Strukturen der Intersubjektivität zu ihrem Recht bringt und Hypothesen über Triebschicksale durch Annahmen über Interaktionsgeschichte und Identitätsbildung ersetzt? (J. Habermas, 1981, Bd. II, S. 571). Für den Bereich therapeutischer Praxis könnten kommunikationstheoretische Anregungen H. S. Sullivans den Zugang zu kommunikationstheoretisch verfassten Konzepten systemischer Familientherapie eröffnen (vgl. H. Stierlin, 1975, 1977, 1978, 1989; L. Reiter u. a., 1988; L. Boscolo u.a, 1988).

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