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Die Virologie von SARS-CoV-2

Authors
  • Hoehl, S.1
  • Ciesek, S.1
  • 1 Universitätsklinikum Frankfurt,
Type
Published Article
Journal
Der Pneumologe
Publisher
Springer Medizin
Publication Date
Oct 26, 2020
Pages
1–4
Identifiers
DOI: 10.1007/s10405-020-00358-x
PMID: 33132795
PMCID: PMC7585742
Source
PubMed Central
Keywords
License
Unknown

Abstract

Das neue „severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“ (SARS-CoV-2) hat tief greifende Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und medizinische Versorgung. Umso wichtiger ist es, die Eigenschaften des Virus zu verstehen und diagnostisch, therapeutisch wie auch epidemiologisch zu nutzen. Im vorliegenden Beitrag wird zunächst die medizinische Bedeutung der Coronaviren im Allgemeinen erläutert. Danach wird auf das „angiotensin-converting enzyme 2“ (ACE2) als Bindungsstelle von SARS-CoV‑2 sowie dessen möglichen Einfluss auf die Erkrankungssuszeptibilität eingegangen. Als diagnostischer Goldstandard für den Nachweis einer aktiven SARS-CoV-2-Infektion gilt der Erregerdirektnachweis mit Nukleinsäureamplifikationstechniken. Zu Beginn der Symptome ist ein Abstrich der oberen Luftwege aufgrund der dann hohen Viruslast besonders geeignet. Im späteren Verlauf kann der Direktnachweis über Proben aus den unteren Atemwegen oder über einen Stuhl- bzw. Analabstrich gelingen. Antigen- oder Antikörper(AK)-Tests können den Erregerdirektnachweis nicht ersetzen. Insbesondere für epidemiologische Fragestellungen ist aber der Nachweis von Immunglobulin-G-AK von Interesse (Serokonversionszeit von teils mehreren Wochen). Der „plaque reduction neutralization test“ weist ausschließlich AK nach, die Viren neutralisieren. Das Verfahren ist aber aufwendig. Zudem ist die Bedeutung dieser AK bezüglich der Immunität gegen eine Zweitinfektion unsicher. Dank moderner Technik sind bereits Tausende SARS-CoV-2-Sequenzen verfügbar, die eine Genomvariabilität zeigen. Die Mutation D614G in den „S spikes“ scheint eine höhere Infektiosität zu bedingen. Mutationen können die Diagnostik und Therapie beeinträchtigen, was ein Monitoring erforderlich macht.

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