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Blick hinter die Kulissen: was ist eigentlich Kultur? : neues Forum für kulturwissenschaftliche Forschung in Frankfurt

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  • Ddc:000

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UNI 2007/01 Teil 4 Titelkupfer von Francis Bacons Buch »Instauratio Magna« aus dem Jahre 1620: Dass »Erfahrung« auf dem »Fah- ren«, also dem Verlassen des Gewohn- ten und der Erkundung des Neuen, be- ruht, ist nicht nur das Thema dieses Frontispiz, sondern der Frühen Neuzeit insgesamt. Keine exemplarischen Ver- suchsaufbauten, mit denen die Gesetz- mäßigkeiten der Natur erkundet werden könnten, schmücken Bacons Opus, stattdessen kehren zwei Schiffe aus dem offenen Meer in die durch die Säu- len des Herkules angedeutete bekannte Alte Welt zurück. Zuvor also hatten die- se ihre Welt, ihre Traditionen und Denk- muster verlassen, waren in die Neue Welt gezogen und kommen nun mit of- fenbar reicher Beute wieder: »multi per- transibunt et augitur scientia« – »Viele werden diese Grenze überschreiten und die Wissenschaft wird wachsen«. Mit derartigen Repräsentationen von Welten in Künsten und Wissenschaften der Frü- hen Neuzeit beschäftigt sich eine inter- disziplinäre Arbeitsgruppe Frankfurter Kulturwissenschaftler. P e r s p e k t i v e n 83F o r s c h u n g F r a n k f u r t 1 / 2 0 0 7 Blick hinter die Kulissen: Was ist eigentlich Kultur? Neues Forum für kulturwissenschaftliche Forschung in Frankfurt gruppe gebildet, die die »Frühneu- zeitlichen Repräsentationen von Welten in Künsten und Wissen- schaften« erforschen will. Dabei geht es auch um die Frage, warum und wie die Vorstellung einer Plu- ralität von Welten in der Frühen Neuzeit entsteht. »Kann es viele Welten geben?« Diese Frage erör- terten in der Frühen Neuzeit Theo- logen, Philosophen und Naturfor- scher; Schriftsteller und bildende Künstler ließen sich von ihr inspi- rieren. Gleichzeitig erschlossen sich völlig neue Horizonte im Erleben der Menschen, die fremden Kultu- ren bei Eroberungen begegneten, die aber auch als Folge der Ent- wicklung von Ferngläsern und Mi- kroskopen ganz ungeahnte Einbli- cke nehmen konnten. »Die Plurali- tät der Welten wurde zu einem in vieler Hinsicht erlebbaren, gestalt- baren und denkbaren

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