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äussere Politik des Cardinals Fleury

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Jahres-Bericht ... über das Städtische Gymnasium zu Memel - Die äussere Politik des Cardinals Fleury äussere Politik des CardiuaJs FJeury, \ — Von Dr. Paulsen. Die Frieclenstractate von Utrecht, Rastadt und Baden setzten zwar einem vieljährigen Blutver- giessen ein lang ersehntes Ziel, vermochten aber keineswegs die so furchtbar aufgeregten Ge¬ müther zu beschwichtigen, sondern Hessen vielmehr einen unsichern, schwankenden Zustand zurück, der sich in einem bunten Gewirr der widersprechendsten Tractate um so mehr characterisirte, als abgefeimte, moralisch gesunkene, ganz schamlose Menschen in fast allen Staaten am Ruder stan¬ den und dem Grundsätze huldigten, ein Diplomat müsse über die Vorurtheile gemeiner Moral hinaus sein und entweder mit Militairgewalt oder Kniffen die Menschen leiten, wie er die* Hof- cabale zu leiten gewohnt war, oder wie ein Handelsgeschäft geführt wird, das sich durch Ehr¬ lichkeit nicht mehr aufrecht halten lässt. Am verstimmtesten über den Ausgang des spanischen Erbfolgekrieges zeigte sich Kaiser Carl VI. War er doch so nahe der Machtstellung eines Karls V. gewesen, in dessen Reiche die Sonne nicht unterging! Aber die vielen Bedenklichkeiten seines Vaters Leopolds I., dessen übergrosser Hang zur Vermeidung aller ihm unnöthig erscheinenden Ausgaben sowie sein unnützes Pochen auf längst vergilbte Papiere waren die Veranlassung, dass erst die blutigen Kriegeswürfel um das Erbe der spanischen Habsburger geworfen wurden, und trotz der glorreichen Siege eines Marlborough und eines Eugen Hessen dennoch Ereignisse, über die Carl VI. nicht Herr werden konnte, ihn allein auf dem Kriegstheater zurück, so dass er sich mit an und für sich herrlichen Provinzen begnügen musste, die jedoch einen nur geringen Bruchtheil des eigentlichen Kampfpreises bildeten. In seiner Ohnmacht gab er wenigstens auf dem Wege der Diplomatie 1 der Krone Spanien gegenüber seiner Gereiztheit Ausdruck, gewährte aber dadurch der jungen Königin Elisabeth Farn

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