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Das hochbegabte Kind zwischen Eliteförderung und Hilfsbedürftigkeit 1978 bis 1985

Authors
  • Schregel, Susanne1
  • 1 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz, 50923, Germany , (Germany)
Type
Published Article
Journal
Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
Publisher
De Gruyter Oldenbourg
Publication Date
Jan 01, 2020
Volume
68
Issue
1
Pages
95–125
Identifiers
DOI: 10.1515/vfzg-2020-0004
Source
De Gruyter
Keywords
License
Yellow

Abstract

Im Laufe der konservativen Wende der 1980er Jahre wurde Hochbegabung in der Bundesrepublik zu einem Schlüsselbegriff, um das Verhalten und die Bildungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen zu deuten. Susanne Schregel zeigt, wie sich Debatten um das Wohl und Wehe des hochbegabten Kinds mit Auseinandersetzungen um Elitebildung, Gerechtigkeit und Leistung in der Demokratie verbanden. Sie macht deutlich, wie sich das hochbegabte Kind in einer politisch polarisierten Situation als eine Kippfigur konstituierte, die je nach Wahrnehmung und Betrachtungswinkel ein anderes Motiv ergab: Mit Referenzen der Spitzenbegabung und Elite verhieß das hochbegabte Kind besondere Fähigkeiten, Leistung und Erfolge. Diese Termini der Spitze und der Führung negierte die Figur jedoch sogleich wieder, indem sie in solche der Gefährdung und Hilfe übersetzt wurden. Durch ihre inneren Ambiguitäten erweist sich die Figur des hochbegabten Kindes damit als symptomatisch für die Widersprüche einer Gesellschaft, die in Abwendung von bildungspolitischen Leitlinien der 1970er Jahre individuelle Auslese und Spitzenförderung zu betonen begann, ohne jedoch das Versprechen der Gleichheit ausdrücklich aufgeben zu wollen.

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