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"Forever young" – die Kritische Theorie : das Jahr der Jubilare: Habermas 80, Honneth 60

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  • Ddc:100

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04 UNI S072_085 2009_02.indd 72 Fo r s chung F r ank f u r t 2 / 2009 Wi s s e n s c h a f t s g e s c h i c h t e ? Der runde Geburtstag – Chance zum Rückblick und Auf- bruch in ein neues Jahrzehnt. Im Juli werden auch Sie um Festreden und Ehrungen Ihrer Person und Ihres Werks nicht herumkommen, vermutlich werden Sie sich gelas- sen an Bob Dylans »Forever Young« halten – oder? Wenn Sie einen Ausblick auf das neue Le- bensjahrzehnt wagen, wo sehen Sie sich als Philosoph in den nächs- ten zehn Jahren besonders heraus- gefordert? Honneth: So ganz leicht ist das mit dem »Forever Young« auch nicht … Mein Ziel ist es, in abseh- barer Zeit ein Buch fertig zu schrei- ben. Die normalen Belastungen, insbesondere die zunehmende ad- ministrative Arbeit an der Univer- sität, lassen nur wenig Freiräume für eine anständige umfangreiche Monografi e. Mein neues Buch, an dem ich jetzt schon seit zwei Jah- ren sitze, wird sich mit den Bedin- gungen beschäftigen, unter denen unsere modernen liberalen Demo- kratien tatsächlich funktionieren können. Ich habe dabei im Sinne Hegels vor Augen, dass eine wahr- hafte, soziale Demokratie auch einer entsprechenden, freiheitsför- dernden Einrichtung der Privat ver- hältnisse und des Wirtschaftssektors bedarf – kurz, einer ganzen demo- kratischen Sittlichkeit, nicht nur eines robusten egalitären Rechts- verhältnisses. Als wesentliche Her- ausforderung in den nächsten ab- sehbaren Jahren betrachte ich zwei Dinge: Das eine halte ich für die theoretische Arbeit im Institut für Sozialforschung für sehr zentral, nämlich die Entwicklung einer tragfähigen Gesellschaftstheorie, die also bestimmte Inspirationen von Habermas aufnimmt, aber sie in anderer Weise fortentwickelt. Das beschäftigt mich seit Langem, und ich bewältige das durch klei- nere Aufsätze, in denen ich mich mit zeitgenössischen Soziologen auseinandersetze. Darüber hinaus gilt meine Aufmerksamkeit der Abwehr des Naturalismus. Einen ersten Ansatz habe ich dazu ge- macht

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