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Otto Neurath: Rationalität, Planung, Vielfalt (Einleitung)

Authors
Publisher
Oldenburg - Akademieverlag
Publication Date
Keywords
  • Institut Für Philosophie
  • Wien
  • G) 20.Jahrhundert

Abstract

Der vorliegende Band versammelt Beiträge zu einem Werk, das seine Konturen den Kämpfen und Hoffnungen der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts verdankt und das lange Zeit nur in Teilen und nur wenigen Experten bekannt war: das Werk Otto Neuraths. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Forschungslage allerdings wesentlich verbessert.1 Dabei mag es als Ironie der Wissenschaftsgeschichte erscheinen, daß die Wiederentdeckung Neuraths ihn zunächst als etwas in Erinnerung gerufen hat, was er selbst unter keinen Umständen sein wollte: als Philosophen und Theoretiker der Wissenschaften. Tatsächlich erscheint die Zuordnung eines Teils seiner Schriften zur Philosophie, zur Methodologie oder zur Epistemologie als eine Verlegenheitslösung, eine provisorische Festlegung, auf die ja, wie Neurath immer wieder betonte, auch das Denken und die wissenschaftliche Forschung nicht verzichten können. Aber je mehr wir über Neuraths vielfältige Tätigkeiten, Vorschläge und Projekte wissen, und je mehr von seinen zahlreichen und verstreuten Schiften zugänglich wird, desto klarer wird sichtbar, daß auch diejenigen seiner Konzeptionen, die mit guten Gründen als Beiträge zu philosophischen Problemstellungen aufgefaßt werden, an Tiefenschärfe gewinnen (und einiges von dem verlieren, was manchen als philosophische Abstrusität erscheinen mag), wenn sie mit seinen Arbeiten zur Ökonomie, zur Politik, zur Bildstatistik und mit seinem politischen Engagement in der Münchner Räterepublik, in der Wiener Siedlerbewegung und der österreichischen Sozialdemokratie in Verbindung gebracht werden.

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