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NATIONALISMUS, NATION, NATIONALSTAAT: HABEN DIE NOCH EINE ZUKUNFT?

Authors
Publisher
Croatian Sociological Society, Institute of Sociology at Faculty of Philosophy, University of Zagreb
Publication Date
Keywords
  • Nacionalizam
  • Nacija
  • Nacionalni Identiteti
  • Globalizacija
  • Nacionalna Država
  • Suverenost
  • Službeni Antinacionalizam
  • Demokracija
  • Nationalism
  • Nation
  • National Identities
  • Globalisation
  • Nation-State
  • Sovereignty
  • Official Anti-Nationalism
  • Democracy
  • Nationalismus
  • Nation
  • Nationale Identität
  • Globalisierung
  • Nationalstaat
  • Souveränität
  • Offizieller Antinationalismus

Abstract

Im vorliegenden Artikel wird die restriktive Auffassung des Nationalismus als eine aggressive, intolerante und reaktionäre Doktrin problematisiert, die mit Werten der Demokratie und des Liberalismus nicht in Verbindung gebracht werden kann. Mittels einer Analyse der geschichtlichen Verbindung zwischen Nationalismus und modernem Staat, wird betont, dass Nationalismus nicht bloß eine irrationale und brutale Macht ist, sondern vor allem die Theorie der legitimen Macht und eine spezifisch moderne Erscheinungsform der nationalen Politik, die intim an die Entwicklung der Demokratie gebunden ist. Außerdem wird die übliche Auffassung der Globalisierung zurückgewiesen, als eine Macht, die zum Verfall von nationalen Identitäten geführt, eine Legitimitätskrise des Nationalstaates hervorgerufen und die damit verbundenen Formen der kollektiven Identifikation ernsthaft angegriffen hat. Neue Argumente werden hervorgebracht, die für die These sprechen, dass Globalisierung und politische Konfiguration der Staaten in weiteren supranationalen Systemen den Nationalismus fördern und dazu verhelfen, die ideologische Anziehungskraft des ideologischen Formats des Nationalstaates aufrecht zu erhalten. Eine restriktive Auffassung des Nationalismus ist nicht imstande, das Fortbestehen und die Anziehungskraft des Nationalismus in der globalisierten Welt zu erklären, weil sie ihn mit einem engstirnigen ethnozentrischen Bewusstsein gleichstellt. Es wird übersehen, dass Nationalismus und Internationalismus keine gegenübergestellten sondern Zwillingsideologien sind, die als solche einen Teil einer einheitlichen modernen Weltanschauung bilden. Das nationalistische Bewusstsein ist ein internationales Bewusstsein, das durch die globale politische Weltverfassung und die Internationalisierung der Weltpolitik hergestellt und aufrecht erhalten wird. Deshalb ist es nicht annehmbar, über Nationalismus zu sprechen, ohne dass man die Machtverhältnisse sowohl auf dem regionalen als auch auf dem globalen Plan analysiert hat. Eine solche Analyse wird Nationalisten und offizielle Antinationalisten auf dieselbe Ebene stellen, indem sie ihre Ideologien als rationelle Antworten auf Probleme einer ungleichmäßigen Machtverteilung betrachtet. Der Schluss ist, der Nationalismus ist, genauso wie ein moderner Janus, nicht nur für Gewalt und Krieg verantwortlich, sondern auch dafür, dass die Welt trotz allem heute viel demokratischer ist als vor 1989.

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