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Selbst bezeugte Neigungen zu sozialen Deviationen und antisozialem Verhalten unter Adoleszenten

Authors
Publisher
Institute of Social Sciences IVO PILAR
Publication Date

Abstract

Das Ziel dieser Studie war, von Adoleszenten selbst bezeugte Deviationen und antisoziales Verhalten festzustellen und zu prüfen, ob hinsichtlich der deklarierten Neigung zu bestimmten Verhaltensformen Unterschiede bestehen, die mit jeweils verschiedenen soziodemografischen Merkmalen in Verbindung gebracht werden können. Eine entsprechende Untersuchung wurde 1998 vorgenommen; die Befragten bestanden aus einer repräsentativen Gruppe kroatischer Mittelschüler (N = 2823). Antisoziales Verhalten und Deviationen wurden mittels einer adaptierten Delinquenz- Skala ermittelt, in der 36 verschiedene Verhaltensformen aufgeführt waren, die man aufgrund einer Komponentenanaylse in sechs Gruppen von Verhaltensformen aufgeteilt hatte: Devianz, Vandalismus, Raub, Raubüberfälle (mit Gewaltanwendung), Gewaltanwendung und sozialpathologisches Verhalten. Unter den mit einbezogenen soziodemografischen Merkmalen befanden sich: Geschlecht und Alter des befragten Adoleszenten, Schulleistung und Sitzenbleiben, Bildungsgrad sowie Beschäftigungsstand der Eltern, Einschätzung der Vermögensverhältnisse und Urbanisierungsgrad des Ortes, in dem die Schulausbildung stattgefunden hat. Die Formen abweichenden Verhaltens reichen von "Schuleschwänzen" (61,5%) bis "Gewaltanwendung zur Erpressung von Geld von Lehrern oder anderen erwachsenen Personen in der Schule" (1,9%). Eine Analyse der verschiedenen Verhaltensformen weist darauf hin, dass Devianz und Vandalismus am meisten vertreten sind; am wenigsten wiederum kommt es zu Raubüberfällen. Analysen, bei denen soziodemografischen Merkmalen Rechnung getragen wurde, ergaben, dass es, je nach Geschlechtszugehörigkeit und Schulleistung, wesentliche Unterschiede hinsichtlich bevorzugter Verhaltensformen gibt. Ob und inwiefern hingegen die übrigen soziodemografischen Merkmale als wesentliche Ursachen von Unterschieden in Frage kommen, hängt vom analysierten Verhaltenstyp ab.

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