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Zur Regulierung von Rhizoctonia solani im ökologischen Kartoffelbau

Authors
Publisher
Universität für Bodenkultur, Wien - Institut für ökologischen Landbau
Publication Date
Keywords
  • Root Crops
  • Crop Health
  • Quality
  • Protection

Abstract

Problemstellung/Ziele: Die Verkaufsfähgikeit von Kartoffeln kann durch den Schadpilz Rhizoctonia solani stark gemindert werden. Neben schwarzen Pocken auf der Schale führen Knollendeformationen und eine lokale Trockenfäule (dry core) zu erheblichen Qualitätsmängeln. Seit einigen Jahren werden Pflanzenstärkungsmittel auf der Basis von Bakterien wie Bacillus subtilis und Pseudomonas sp. angeboten, von denen eine antagonistische Wirkung gegen R. solani und auch Streptomyces scabies, dem Erreger des Kartoffelschorfes, bekannt ist. Diese Pflanzenstärkungsmittel sind vor allem für den Öko-Anbau interessant. Befallsmindernde Effekte unter Feldbedingungen werden von Schmiedeknecht et al. (1998), Steiner et al. (1999) und Bitter (1999) beschrieben. Berater und Praktiker berichten von unterschiedlichen Erfahrungen mit den Präparaten, so dass weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Pflanzenstärkungsmittel bei verschiedenen Standortbedingungen und bei unterschiedlichem Besatz der Pflanzknollen mit Rhizoctonia-Pocken sinnvoll erschienen. In den Jahren 2000 und 2001 wurden daher die Pflanzenstärkungsmittel FZB24 und Proradix an verschiedenen Orten in Sachsen getestet. Die Infektion von Kartoffeln durch R. solani geht vom Boden und von befallenen Pflanzknollen aus, wobei letzterer Variante, d. h. mit Rhizoctonia-Sklerotien behafteten Knollen, im allgemeinen eine größere Bedeutung beigemessen wird. Beim amtlichen Anerkennungsverfahren für Pflanzkartoffeln in Deutschland ist der Besatz der Kartoffelknollen mit Rhizoctonia- Pocken allerdings kein Prüfkriterium. Landwirte müssen demnach selbst eine Einschätzung über den Ausgangsbefall des Pflanzgutes mit R. solani vornehmen. Um insbesondere Öko-Landwirten die Bewertung von Pflanzgutpartien zu erleichtern, wurde in einer weiteren Untersuchung geprüft, inwieweit sich der Zusammenhang zwischen dem Besatz der Pflanzknollen mit Rhizoctonia-Pocken und dem Befall der Ernteknollen quantifizieren lässt. Kann also unabhängig von der Kartoffelsorte ein “kritischer Grenzbereich” für den Rhizoctonia-Besatz der Pflanzknollen ermittelt werden? Fazit: Unter sächsischen Anbaubedingungen konnte keine Wirkung der Pflanzenstärkungsmittel FZB24 und Proradix auf den Rhizoctonia-Befall und den Ertrag von Kartoffeln festgestellt werden. Die Verwendung von Pflanzgut mit Sklerotienbesatz führte zu Mindererträgen im Vergleich zu befallsfreien Pflanzknollen. Mit steigendem Sklerotienbesatz an den Pflanzknollen nahm der Anteil an Ernteknollen mit Rhizoctonia-Symptomen zu. Ein Sklerotien-Befallsindex im Bereich von 7,1 bis 20 hatte bereits ein hohes Rhizoctonia-Befallsniveau an den Ernteknollen zur Folge und sollte daher möglichst unterschritten werden.

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