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Gerhard Ritter, Erasmus und der deutsche Humanistenkreis am Oberrhein: Eine Gedenkrede, Freiburg i.Br. 1937

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

LITERATUR. Gerhard Ritter, Erasmus und der deutsche Humanistenkreis am Oberrhein. Eine Gedenkrede. Mit einem Anhang: Die Erasmusdrucke der Freiburger Uni- versitätsbibliothek von Josef Rest. Freiburg i. Br., Fr. Wagnersche Univer- sitätsbuchhandlung 1937. Leider war es nicht möglich, in der Sammelbesprechung von Erasmus- Literatur in der letzten Nummer auch diese wertvolle Publikation anzuzeigen. Wir freuen uns, hier das Versäumte nachholen zu können. Die Gedenkrede von Ritter entwirft ein ungemein lebendiges Bild von den Beziehungen des Erasmus zu Freiburg und besonders zu den deutschen Humanisten, die den Gelehrten mit überschwenglicher Begeisterung begrüßten. In diesem Kreis finden wir natürlich dieselben Namen, die auch in Basel und in Zwingiis Briefwechsel genannt werden, Rhenan, Zasius, Glarean usw. Ritter erhebt die Frage, worauf eigentlich der Ruhm des Erasmus beruhte, und stellt fest, daß es nicht in erster Linie die Gelehr- samkeit, das Bücherwissen oder das editionstechnische Können des großen Philo- logen waren, sondern die grundsätzliche Stellungnahme und das Eintreten für eine neue Menschen- und Lebensauffassung in seiner literarischen Produktion, die so großes Echo fanden. Die „Humanitas Erasmiana", „die Überzeugung, daß der Mensch von Natur edel, bildungsfähig, zu allem Guten tüchtig, zu milder Gesittung erziehbar sei", die Verbindung von „summa eruditio mit optima religio, höchster Bildung mit echtester Frömmigkeit", „der Kampf gegen die Scholastik, gegen abergläubisches Zeremoniell der Kirche, gegen Sittenverderbnis und Un- wissenheit des Klerus, gegen die barbarische Wildheit politischer Machtkämpfe, gegen Sfcandeshochmut und Klassenhaß" ergriff die Freunde und entsprach ihrem Hoffen und Sehnen. „Was den wissenschaftlichen Reformbemühungen gerade in Deutschland ihre eigentümliche Spannung, ihren stärksten Antrieb gab, kam aus größerer Tiefe: aus dem alles andere übertönenden, übermächtigen Drang nach Erneuerung, Reinigung, Vertiefung des religiösen Leb

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