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Inzidenz sekundärer chromosomaler Aberrationen beim Mantelzell Lymphom (MCL) mit Translokation t(11;14)(q13;q32)

Authors
Publisher
Universität Ulm. Medizinische Fakultät
Publication Date
Keywords
  • Mantelzell Lymphom
  • Lymphoma
  • Mantle-Cell
  • Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung

Abstract

Das Mantelzell Lymphom (MCL) ist charakterisiert durch eine reziproke Translokation t(11;14)(q13;q32) und die daraus resultierende Überexpression von Cyclin D1. Transgene Mausexperimente haben gezeigt, dass zur malignen Transformation von B-Lymphozyten noch weitere Faktoren notwendig sind. In Frage hierfür kommen sekundäre chromosomale Aberrationen. Sekundäre genomische Veränderungen sind bislang jedoch nur in Studien mit kleineren Fallzahlen detektiert worden, so dass ihre Inzidenz heute noch nicht sicher festgelegt werden kann. Mit der Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH) wurde eine einfache und sensitive Methode zur zytogenetischen Untersuchung von Interphase-Zellen entwickelt. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, mit Hilfe der FISH die Inzidenz von sekundären chromosomalen Aberrationen beim t(11;14)(q13;q32) positivem MCL zu ermitteln. Es wurden 103 MCL Fälle mit insgesamt 18 verschiedenen Sonden, die in 16 aus CGH Analysen bekannten kritischen Regionen kartieren, untersucht. Bei 92 % der Patienten konnten zusätzlich zur Translokation eine oder mehrere chromosomale Aberrationen (Median 4 Aberrationen/Fall, Spannweite 0 - 15 Aberrationen/Fall) diagnostiziert werden. Zugewinne fanden sich am häufigsten in den Regionen 3q26, 8q24, 15q23, 12q12-q13, 7p15 und 18q21 und Deletionen in den Regionen 13q14, 11q22-q23, 9p21, 13qter, 1p22, 17p13, 6q27, 8p22, 6q21 und 10p15. In dieser ersten großen FISH Untersuchung zur Detektion sekundärer chromosomaler Veränderungen beim MCL sind die Inzidenzen der einzelnen Aberrationen deutlich höher als in vergleichbaren konventionellen zytogenetischen Studien und stimmen gut mit zusammengefassten Ergebnissen aus kleineren CGH Analysen überein. Beim Nachweis kleiner Deletionen der chromosomalen Banden 11q22-q23, 9p21 und 17p13 war die FISH Untersuchung jedoch deutlich sensitiver als die CGH.

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