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Gučetićs Auseinandersetzung mit Alexander von Aphrodisias

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Institute of Philosophy; [email protected]
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Abstract

Dem bloßen Titel des im Jahre 1580 in Rom erschienenen Werkes Commentaria in sermonem Averrois de substantia orbis et in propositiones de causis von Nikola Gučetić (Nicolau s Viti Gozzius) kann man nicht das dritte und letzte Thema Quaestio de immortalitate intellectus possibilis contraAlexandrumAphrodisaeum entnehmen. Gučetićs Interesse und Beschäftigung mit Alexander geht auf seine mögliche Zugehörigkeit zu dem sog. averroismo padovano. Nach der Untersuchung in einzelnen Punkten kommt man zur Schlußfolgerung, daß Gučetićs Schrift eher eine subtile Abhandlung über einige Grundfragen der Aristotelischen Lehre von der Vernunft ist als eine direkte Auseinandersetzung mit Alexander von Aphrodisias. Jedoch sind Alexanders Lehrmeinungen richtig dargestellt, z.B. daß die Vernunft eine harmonische Form (jorma harmonica ) ist, die durch die Mischung der Grundelemente zustande kommt und daß die mögliche Vernunft (intellectus possibilis) zusammen mit niederen Möglichkeiten zugrunde geht. Aber die Behauptung, daß die tätige Vernunft (intellectus agens) mit Gott identisch sei, und diese Ansicht übernimmt Gučetić selbst, kann man nicht mit Sicherheit bei Alexander belegen, noch schwerer bei Aristoteles. Die meisten Argumente gegen Alexander gründet Gučetić auf der Aristotelischen Lehre. Jedoch an vielen Stellen in der Auslegung des Aristotelischen Textes ist direkter oder indirekter Einfluß von Thomas Aquinatus spürbar.

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