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Sozialer Rückhalt bei Altersgenossen und seine Rolle im gemeinsamen Umgang von Präadoleszenten und Adoleszenten, die sich einsam fühlen

Authors
Publisher
Institute of Social Sciences IVO PILAR
Publication Date

Abstract

Mit dieser Arbeit sollte der Bezug zwischen Abkapselung als eines emotionellen Korrelats der Anpassung einerseits und der Qualität des gemeinsamen Umgangs von Altersgenossen andererseits untersucht werden. Die Untersuchung wurde an Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren durchgeführt und nach zwei Jahren in derselben Gruppe von Kindern (nun im Alter von 12 und 14 Jahren) wiederholt. Die Autorin geht aus von der Einstellung, dass das Gefühl der Einsamkeit aus mangelndem sozialem Umgang mit anderen resultiert, sowie von Sullivans Theorie interpersonaler Verhältnisse. Vor diesem Hintergrund wird die Hypothese aufgestellt, dass Präadoleszenz und Adoleszenz ein Entwicklungsabschnitt sind, in dem das Bedürfnis nach Intimität einen wichtigen Stellenwert hat, und das Kind befriedigt dieses Bedürfnis im Umgang mit seinem besten Freund / seiner besten Freundin. Sicherheit, Liebe und sozialer Rückhalt beim besten Freund / bei der besten Freundin sind daher die besten Mittel, um eine Abkapselung zu verhindern. Bei dieser Untersuchung wurden Skalen eingesetzt, deren eine das Verhältnis zum Freund ermitteln (Freundschaftsskala, Skala zur Wahrnehmung des sozialen Rückhalts, Skala zur Einschätzung der Reziprozität des Freundschaftsverhältnisses), während anhand einer weiteren Skala die emotionale Einsamkeit gemessen werden sollte. Die Untersuchungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass bei der ersten wie auch der zweiten Untersuchung (zwei Jahre später) eine bedeutsame Korrelation besteht zwischen der Einsamkeit einerseits und der Qualität von Freundschaftsverhältnissen und dem sozialen Umgang andererseits, während bei der jüngeren Generation (erste Untersuchung) auch andere Aspekte im Verhältnis zu den Altersgenossen einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Die Wahrnehmung des sozialen Rückhalts war in beiden Untersuchungen ein wichtiger Prädiktor für das Gefühl der Einsamkeit, während die Reziprozität nur bei den jüngeren Kindern (erste Messung) ein bedeutender Prädiktor war. Man kann schließen, dass die Einschätzung des Verhältnisses zu den Altersgenossen wesentlich dazu beitragen kann, ob sich ein Kind einsam fühlt oder nicht. Die wichtigste Rolle spielt jedoch das Gefühl, Rückhalt im sozialen Umfeld gefunden zu haben. Die gewonnenen Untersuchungsergebnisse werden im Rahmen von Sullivans Theorie der interpersonalen Verhältnisse (Sullivan, 1953) interpretiert.

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