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Auswertung von 157 Schlichtungsverfahren gegen MKG-Chirurgen aus den Jahren 2000 bis 2005 der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Norddeutschen Ärztekammern

Authors
  • Schmid, F.1,
  • Püschmann, H.2
  • Neu, J.3
  • 1 Praxisgemeinschaft im Stadtpark-Hotel, Hannover, Germany , Hannover (Germany)
  • 2 Annastift, Orthopädische Klinik I, Hannover, Germany , Hannover (Germany)
  • 3 Schlichtungsstelle der Norddeutschen Ärztekammern, Hannover, Germany , Hannover (Germany)
Type
Published Article
Journal
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Publisher
Springer-Verlag
Publication Date
Jan 05, 2007
Volume
11
Issue
1
Pages
45–51
Identifiers
DOI: 10.1007/s10006-006-0043-3
Source
Springer Nature
Keywords
License
Yellow

Abstract

Ärztliche Arbeit ist wie jede andere Tätigkeit nicht immer fehlerfrei und auch bei fehlerfreiem Handeln können Gesundheitsschäden des Patienten als Ausdruck unvermeidbarer Risiken resultieren. Schlichtungsverfahren zu Arzthaftungsstreitigkeiten können im Einzelfall den individuellen Konflikt zwischen Arzt und Patient lösen. Daneben weisen die Ergebnisse dieser Schlichtungsverfahren auf Schwerpunkte bei Diagnosen, Patientenvorwürfen (Patientenunzufriedenheit) und Behandlungsfehlern hin. Im 6-Jahres-Zeitraum von 2000 bis 2005 wurden in der norddeutschen Schlichtungsstelle 157 Schlichtungsverfahren gegen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen bearbeitet. Die Entscheidungen wurden statistisch und kasuistisch in Hinblick auf Patientenvorwürfe, Behandlungsfehlerart, Behandlungsfehlerhäufigkeit sowie fehlerbedingte und nicht fehlerbedingte Gesundheitsschäden ausgewertet. Haftungsansprüche gegenüber einem Arzt resultieren nur aus solchen Fehlern, die bei einem Patienten einen Gesundheitsschaden verursacht haben. Nicht alle Fehler haben automatisch Schäden zur Folge. In ca. 28% aller Verfahren wurden die Patientenansprüche als begründet bewertet und der Versicherung des Arztes eine Regulierung empfohlen. In der MKG-Chirurgie liegt diese Zahl, bezogen auf die hier ausgewerteten Fälle, mit 20,4% deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. Schwerpunkt bei den von Patientenseite erhobenen Vorwürfen und gleichzeitig Schwerpunkt bei den festgestellten Behandlungsfehlern sind operative Fehler als Ursache von Sensibilitätsstörungen der Unterlippe und der Zunge sowie von Zungenschädigungen mit damit verbundenen Geschmacksstörungen. Neben den in 20,4% der Fälle festgestellten iatrogenen fehlerbedingten Gesundheitsschäden trugen in weiteren 60,9% der Fälle Patienten ebenfalls iatrogene Schäden davon, obwohl kein ärztlicher Fehler dafür als Ursache verantwortlich war.

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