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Altersbedingte Makuladegeneration

Authors
  • Schrader, W. F.1
  • 1 Universitätsaugenklinik Würzburg, Josef-Schneider-Straße 11, Würzburg, 97080, Deutschland , Würzburg (Germany)
Type
Published Article
Journal
Der Ophthalmologe
Publisher
Springer-Verlag
Publication Date
Sep 01, 2006
Volume
103
Issue
9
Pages
742–748
Identifiers
DOI: 10.1007/s00347-006-1418-4
Source
Springer Nature
Keywords
License
Yellow

Abstract

Hintergrund Bereits mehr als die Hälfte aller Europäer, die älter als 65 Jahre sind, weisen Fundusbefunde auf, die einer beginnenden Makuladegeneration verdächtig sind. Der demographische Wandel und die längere Lebenserwartung lassen die Zahl betroffener Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) rasch ansteigen. Die zunehmenden Möglichkeiten der Behandlung einerseits und die hohen Sozialkosten durch die immer noch sehr häufige Sehbehinderung andererseits lassen die Kosten für die Betroffenen rasch ansteigen. Der Beitrag versucht, aus den bekannten epidemiologischen Daten für Deutschland eine Vorhersage über die Prävalenz und Inzidenz zu treffen und anhand von Modellrechnungen Trends aufzuzeigen, die die zunehmende sozioökonomische Bedeutung dieser Erkrankung herausstellen.Ergebnisse Die Hochrechnungen zeigen, dass die Zahl der Patienten mit einer fortgeschrittenen AMD von derzeit 710.000 in den kommenden 15 Jahren auf über 1 Mio ansteigen wird. Die Zahl der Patienten mit einer neovaskulären Form der AMD wird in diesem Zeitraum von 485.000 auf 700.000 ansteigen. Die derzeit jährlich etwa 50.000 neu auftretenden Fälle mit neovaskulärer AMD sind mit den neuen Anti-VEGF-Substanzen erstmals behandelbar. Dem Gesundheitssystem entstehen durch diese neuen Optionen voraussichtlich zusätzliche jährliche Kosten im Bereich zwischen 1,1–2,9 Mrd €.Schlussfolgerung Die neuen Behandlungsmöglichkeiten der altersbedingten Makuladegeneration werden einerseits einen spürbaren Rückgang der Anzahl sehbehinderter und blinder Menschen ermöglichen. Andererseits wird dieser Fortschritt damit erkauft, dass sich die Ausgaben in der Augenheilkunde insgesamt etwa verdoppeln werden.

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