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Regulatory capital for market and credit risk interaction: is current regulation always conservative?

Authors
Publication Date
Keywords
  • C15
  • G20
  • G32
  • G28
  • Ddc:330
  • Integrated Analysis Of Market And Credit Risk
  • Risk Management
  • Foreign Currency Loans
  • Banking Regulation
  • Bankrisiko
  • Kreditrisiko
  • Wechselkursrisiko
  • Portfolio-Management
  • Eigenkapitalvorschriften
  • Theorie
  • Österreich
  • Schweiz

Abstract

Unter der ersten Säule von Basel II wird das regulatorische Eigenkapital für Markt- und Kreditrisiko separat berechnet. Wenn wir vom operationalen Risiko absehen, errechnet sich das gesamte regulatorische Eigenkapital aus der Summe des Eigenkapitals, das für Markt- und Kreditrisiko zu hinterlegen ist. Diese Berechnung von Einzelkomponenten des regulatorischen Kapitals folgt in groben Zügen der Aufteilung in Bank- und Handelsbuch. In der traditionellen Denkweise ist Kreditrisiko hauptsächlich relevant in Bezug auf das Bankbuch während Marktrisiko als hauptsächlich relevant für das Handelsbuch angesehen wird. Diese Denkweise steht vermutlich auch hinter der weit verbreiteten Ansicht, dass die Aufsummierung von Kapitalkomponenten für einzelne Risikokategorien konservativ sei. Werden nämlich Bank- und Handelsbuch als Subportfolios des gesamten Bankportfolios gesehen, ergibt die Aufsummierung der einzelnen regulatorischen Kapitalkomponenten aufgrund eines Diversifikationsarguments eine obere Schranke für das regulatorische Eigenkapital. Wir behaupten, dass in vielen praktischen Risikobewertungssituationen eine Trennung von Markt- und Kreditrisiko anhand von Bank- und Handelsbuch nicht möglich ist. Wir zeigen, dass das Diversifizierungsargument aber nur dann gilt, wenn eine solche Aufteilung möglich ist. Nur dann, wenn das Bankportfolio separierbar ist in ein Subportfolio, das nur von Marktrisikofaktoren, nicht aber von Kreditrisikofaktoren abhängt und in ein Subportfolio, das nur von Kreditrisikofaktoren, nicht aber von Marktrisikofaktoren abhängt, ist das tatsächlich benötigte regulatorische Kapital kleiner oder gleich der Summe des Kapitals für Markt und Kreditrisiko. Ist diese Separation nicht möglich, kann unter dem Verfahren von Säule 1 das regulatorische Eigenkapital unterschätzt werden. Wir zeigen, dass in vielen Situationen Portfoliopositionen sowohl von Markt- als auch vom Kreditrisiko abhängen. In einer solchen Situation führt die traditionelle Berechnung des regulatorischen Eigenkapitals zu einer falschen Portfoliobewertung und als Konsequenz zu einer falschen Risikoeinschätzung. Wir zeigen anhand des Beispiels von Fremdwährungskrediten, dass diese Fehleinschätzung quantitativ bedeutend sein kann und zu einer schweren Unterschätzung des wahren Portfoliorisikos führt.

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