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"Lombardick; ja, lüg gar dick." Ein Wort Zwinglis

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

— 101 — noch eine zweite, von dem unbewaffneten Auge kaum wahrnehm- bare Inschrift auf der Innenseite des Fusses. Sie lautet: „renoviert 1819 David Studer 37 Lth". Die gleiche Zahl in älteren, römi- schen Ziffern ist auch an anderer Stelle tief eingraviert, und ausser- dem findet sich noch ein dritter, eingekratzter Vermerk: „36 lod." Bis zum Jahre 1892, da das Schweizerische Landesmuseum ihn erwarb, war der Becher Eigentum des Herrn Pfarrer Julius Studer in Oberwinterthur (geb. 1842), Sohn des Herrn Pfarrer Kaspar Studer in Wiesendangen (1805—1842). Wie der Becher in diese Familie kam, weiss der Verfasser nicht; dagegen ist nicht ausgeschlossen, dass Inschrift und Wappen erst bei dessen Reno- vation entstanden, in diesem Falle aber nach guten Vorlagen aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Dem Werte des Bechers geschieht dadurch kein Abbruch, da diese vorzügliche Silberarbeit als solche zweifellos um das Jahr 1560 angefertigt wurde und eines könig- lichen Geschenkes durchaus würdig ist. Es trifft demnach hier nicht der gleiche Fall zu, wie bei dem sogenannten Zwingli-Becher der Stadt Meilingen, von dem die Tradition meldete, es sei daraus der Reformator auf seiner Reise zur Disputation nach Bern von dem Rate bewirtet worden. Denn hier hat man es mit einem im Auslande gefertigten Trinkgeschirre zu tun, das trotz Inschrift, die übrigens auch viel jünger als der Becher ist, erst aus dem Ende des 16., oder wahrscheinlicher aus dem 17. Jahrhundert stammt. Wenn darum der Stadtrat das Stück, nachdem er von den Behörden des Landesmuseums auf den Irrtum aufmerksam gemacht worden war, einem Privatsammler verkaufte, so kann ihm daraus kein Vorwurf gemacht werden, da er damit nur eine unrichtige Tradition für immer aus der Welt schaffte. Der Bul- lingerbecher dagegen bleibt für alle Zeiten ein wertvolles Anden- ken an eine grosse Königin und einen edlen Menschen. (Fortsetzung folgt.) Dr. H. Lehmann. „Lombardick; ja, lüg gar dick." Ein Wort Zwingiis. Zwingli begründet in sein

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