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Culture as an Object of Geographic Research

Authors
Publisher
Institute of Social Sciences IVO PILAR
Publication Date

Abstract

Im Artikel wird eine Übersicht über die Entwicklung der Kulturgeographie von ihrer Entstehung zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in unsere Tage gegeben. Es werden in dieser Disziplin als erstes Verschiebungen von Objektivität, d.h. der Konzentration auf materielle Elemente der Kultur, hin zu Subjektivität, d.h. der Überbetonung der Subjektivitat bei der Wahrnehmung der Umwelt beobachtet, als zweites wiederum Verschiebungen hin zu den hermeneutischen Standpunkten der heutigen ”neuen” Kulturgeographie, die, ausgehend von einem interpretativen Ansatz, die Trennung von Subjekt und Objekt zu überwinden sucht. Es werden kardinale Veränderungen in der Sicht der Kulturgeographie sowohl auf die Kultur als auch auf den Hauptgegenstand der Kulturgeographie, die Kulturlandschaft, beobachtet. Im Laufe des Jahrhunderts vertraten die Geographen eine Kulturauffassung, die von einer superorganischen autonomen Struktur bis zu intersubjektiver Realität reichte, bzw. bis zu einem organisierten System bezeichnender Symbole, mit Hilfe deren sich die menschliche Kommunikation abspielt. Die Auffassungen von Kulturlandschaft wiederum variierten von ihrer Sicht als dem Ergebnis des Einwirkens der gesamten Gesellschaft auf die Naturlandschaft bis hin zur zeitgenössischen Vision von Landschaft als Text, in dem die Kontexte der polyvokalen Gesellschaftsstruktur, der natürlichen, kulturellen und geschichtlichen Umstände verschlüsselt sind, in deren Rahmen sich die Landschaft entwickelte und immer noch entwickelt. Durch die Affirmierung multikulturaler Gesellschaften in der zeitgenössischen Geographie gerät der Begriff des Raums anstelle des traditionellen Begriffs des Milieus in den Brennpunkt. Im Raum nämlich koexistieren, überschneiden und durchdringen sich gegenseitig die Milieus verschiedener soziokultureller Gruppen. Da gerade quantitative geographische Techniken bei der Erforschung des Raums gute Resultate erbringen, wird im Artikel das primär negative Verhältnis der Kulturgeographie zu den quantitativen Methoden der Raumanalyse in Frage gestellt.

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