Affordable Access

Ein internationales Kapitalmarktmodell mit unterschiedlich informierten Anlegern

Authors

Abstract

Ein internationales Kapitalmarktmodell mit unterschied- lich informierten Anlegern THOMAS GEHRIG* Das klassische auf SHARPE (1964) und LlNTNER (1965) zurückgehende Kapitalmarktmo- dell (Capital Asset Pricing Model) unterstellt symmetrische Information zwischen den einzelnen Anlegern. Diese Annahme wird insbesondere durch die empirische Literatur in Frage gestellt. Ökonometrische Studien haben eine Vielzahl sog. Anomalien aufge- zeigt, welche im Widerspruch zum Standard-Kapitalmarktmodell stehen. So scheint z. Bsp. ein beträchtlicher Teil der Volatilität der Finanzmärkte durch private Informationen der Anleger oder "noise" erklärbar zu sein (KING, 1989). Viele der empirischen Probleme des Kapitalmarktmodells lassen sich auflösen, wenn man explizit unterschiedliche Informationsstrukturen der Anleger zulässt. Dies bedeutet natürlich nicht, dass sämtliche Anomalien des Kapitalmarktmodells ausschliesslich auf Informationseffekten beruhen, sondern lediglich, dass Informationseffekte als Erklä- rungsfaktoren wichtig sein können. In einem internationalen Kontext wird das Anliegen dieses Aufsatzes besonders deutlich. So beobachtet man z. Bsp., dass sich Investoren hauptsächlich auf heimische Aktienmärkte konzentrieren und nur geringe Anteile ihrer Aktienportefeuilles im Ausland anlegen. Hierfür mögen in vielen Fällen Kapitalverkehrsbeschränkungen verantwortlich sein, aber selbst, wenn diese in die Analyse miteinbezogen werden, treten Phänomene auf, die dem klassischen CAPM widersprechen (z.B. BERGSTRÖM, RYDQVIST, SELLIN, 1990). Ein weiterer Grund in der Bevorzugung heimischer Aktien mag auch in den zusätzlichen Wechselkursrisiken liegen, die allerdings zu einem grossen Teil durch Terminkontrakte gehedgt werden könnten. Weiterhin zeigen EUN und RESNICK (1988), dass die zusätzlichen Diversifikationsmöglichkeiten internationaler Portefeuilles US-In- vestoren trotz der impliziten Wechselkursrisiken besser gestellt hätten als reine US-Por- tefeuilles. Auch aus theoretischen Überlegu

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.