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Vom Event-Event zum Non-Event-Event und zurück : Anmerkungen zum notwendigen Zusammenhang von Literatur und Marketing

Authors
Publication Date
Keywords
  • Literatur
  • Marketing
  • Ddc:800

Abstract

Microsoft Word - Porombka - Event, Literatur und Marketing.doc Porombka – Event, Literatur und Marketing Stephan Porombka Vom Event-Event zum Non-Event-Event und zurück Anmerkungen zum notwendigen Zusammenhang von Literatur und Marketing. Erschienen in: Auf kurze Distanz. Die Autorenlesung: O-Töne, Geschichten, Ideen. Hrsg. von Thomas Böhm, Köln 2003, S.125-138. 1. Eine sonderbare Perversion Machen wir uns nichts vor. Auch wenn „Event“ zum „PR-Wort der letzten Jahre“ gekürt worden ist,1 wenn „Events auf die Besucher wie eine moderne Konsumdroge“ wirken,2 wenn gar vom „Trend zum Event“ gesprochen wird,3 von dem alle Bereiche der Gesellschaft längst so stark erfaßt sind, daß sich ihm nichts und niemand mehr entziehen kann – es bleibt dabei: Wann auch immer davon in Verbindung mit Kultur die Rede ist, da hat man es mit einem bösen Kampfbegriff zu tun. Mit „Eventisierung der Kultur“ ist ihr steter Verfall gemeint. Und das Label „Eventkultur“ gibt den Zustandsbegriff für eine Gesellschaft, die antrat, mit Kunst und Literatur die höchsten Höhen des Menschenmöglichen zu erreichen, und die nun ihr Bestes, Schönstes und Wahrstes bei einem Schaustellerwettbewerb auf dem Jahrmarkt verhökert. Event, das ist das „zur Sensation hoch inszenierte Nichtereignis, und die größte Kunst im Medienspiel ist das lauteste Krähen“.4 Hier wird, so scheint es, „die Kunst zum bloßen Anlaß für den Konsum (...), zum Alibi“, weil sie „in sonderbarer Perversion der alten Horazischen Ästhetik des ‚utile cum dulci’ und des ‚prodesse et delectare’, Zucker auf eine Sache streut, die sonst keinem mehr schmeckt.“5 Und das passiert en masse: „Anschwellende Programmhefte, ausufernde Veranstaltungskalender, zunehmender Festivaltourismus, Boom der Multiplex-Kinos, Expo, Millenium Dome – was ist“, so fragt sich da der kritische Betrachter mit Blick aufs Literarische, „was ist aus dem Erzählen geworden?“6 Der kritische Betrachter ahnt Böses. Die Veranstalter von Lesungen sind längst auf d

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