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Zu Laurencius Bossharts Chronik

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

— 110 — Auch das Dazwischentreten Wengis selber war zwar wohl eine Tat mutiger Entschlossenheit. Aber der Schultheiss und Führer der Katholischen lief keine grosse Gefahr, als er sich vor das geladene Geschütz stellte. Er konnte wohl denken, dass seine Parteigenossen es nicht losbrennen würden, so lange er davor stehe. Und wenn das Volk jetzt annimmt, die Tat sei von reli- giöser Toleranz eingegeben worden und dies der Grundgedanke der an verschiedenen Stellen angebrachten Denkmäler und Inschrif- ten zu ihrer Verherrlichung ist, so entspricht das zwar wohl dein modernen Empfinden, wie es sich seit dem 18. Jahrhundert ge- bildet hat, aber nicht dem der damaligen Zeit, die von religiöser Toleranz noch wenig wusste. Der Schultheiss tat seine Pflicht als friedestiftendes Oberhaupt der gespaltenen Bürgerschaft und er tat sie mutig und mit Einsetzung seiner eigenen Person. Mit dieser Einschränkung lässt sich die überlieferte Erzählung halten, und das wird wohl Niemanden verdriessen. Bern. R. Steck. ZH Laurencius Bossnarts Chronik. Von einer sect zu Bern vor vil jaren. „Es ist vor vil zyten zu Bern ein sect erstannden mit den grüblern, nämlich wie zu Brag, das man prediget: wachsent und vilfälltigent üch. Da sind dieselben lüt zusamen in ein huss ge- ganngen, hand da ir sect gehallten und ist ir Wortzeichen gesin: wer in der sect was, küsst die katzen, so im selben huss was. Semmlichs kam von inen uss; do fienng man sy an ze todten; allso ward die zal so gross, das man müst darvon lan. Es ward ein sprüchwort daruss: katzen küssen, das den Bernern gar un- lidig ist." Diese Mitteilung schrieb Laurencius Bosshart in seiner Chronik mitten unter die Ereignisse des Jahres 15301). Ihr voraus stellte er folgendes „räterschen", d. h. Rätsel: (Frage): „Wie wol die von Bern mitten im holtz sitzent, mannglet inen in fünftzig jaren holtzes." ') Herausgegeben von Caspar Hauser, in Quellen zur schweizerischen Reformationsgeschichte IIJ, 191. — 111 — (Antwort): „Di

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