Affordable Access

Zahlungsbilanz, Handelspolitik und Produktivität

Authors

Abstract

332 Zahlungsbilanz, Handelspolitik und Produktivität * Von Minister E. S t o p p e r , Bern In der Zeit vor Ausbruch der grossen Krise der dreissiger Jahre waren die Wäh rangen der meisten Länder urei ineinander umwandelbar. Die Zahlungsbilanz eines ein- zelnen Landes musste daher nur insgesamt ausgeglichen werden. Der Ausgleich war ge- sichert durch im grossen und ganzen befriedigend funktionierende marktkonforme Aus- gleichsmechanismen. Die internationale Arbeitsteilung liess sich rationell entfalten. Freie Konvertierbarkeit, freier Wirtschaftsverkehr und marktkonforme Ausgleichsmecha- nismen für den Zahlungsbilanzausgleich schienen untrennbar miteinander verbunden. Die Handelspolitik befasste sich damals einerseits mit dem Schutz gewisser kon- kurrenzschwacher, aber als verteidigungswürdig erachteter inländischer Produktions- zweige durch das Mittel der Zölle und anderseits mit der Exportförderung durch das Mittel der Zollherabsetzungs- und Meistbegünstigungsvertrage. Eine bewusste Zusammen- arbeit zwischen den Notenbanken, in deren Tätigkeitsbereich die Fragen des Zahlungs- bilanzausgleichs fielen, und den Instanzen, die sich mit dem Aussenhandel befassten, war kaum vorhanden, denn man glaubte, der Ausgleich werde durch die Marktkräfte besorgt. Aus Gründen, über die schon recht viel geschrieben worden ist, brach in den dreissiger Jahren unter der Last eines übergrossen Ungleichgewichtes das System der marktkonformen Ausgleichsmechanismen der Zahlungsbilanz und im Anschluss daran die Konvertibilität der zahlungsbilanzschwachen Währungen zusammen. Nur bei allseitiger Konvertibilität der Währungen lässt sich der Ausgleich der Zah- lungsbilanz auf die Gesamtbilanz konzentrieren, denn diese Methode setzt voraus, dass die anfallenden und benötigten Zahlungsmittel frei ineinander umgewandelt werden können. Nach Wegfall der Konvertierbarkeit mussten mit den anfallenden Devisen im betreffenden Währungslande so viel Waren und Leistungen gekauft werden, dass sich die Bilanz mit

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.