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Bidder behavior in repo auctions without minimum bid rate : evidence from the Bundesbank

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  • Ddc:330

Abstract

Nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank spielen wöchentliche Repo-Auktionen (die Hauptrefinanzierungsgeschäfte) eine zentrale Rolle für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Das dort bereitgestellte Refinanzierungsvolumen bestimmt die Liquidität des Bankensektors und der dabei von der EZB gesetzte Mindestbietungssatz gilt als geldpolitischer Leitzins für die Zinssätze am Interbankengeldmarkt. Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Beobachtung, dass die Verwendung eines Mindestbietungssatzes bei Zinssenkungserwartungen zu einem unerwünschten Unterbieten der Banken führt. Im Extremfall eines Bieterstreiks wird das Liquiditätsmanagement der EZB merklich behindert. Thema dieser Studie ist das Bieteverhalten der Banken bei den Repo-Auktionen der Bundesbank, die in den 90er Jahren bei den Zinstendern auf die Vorgabe eines Mindestbietungssatzes verzichtete. Auf der Grundlage individueller Bietedaten wird mit Hilfe panelökonometrischer Methoden untersucht, wie verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel Zinserwartungen, Opportunitätskosten, Zinsunsicherheit oder der Bankentyp die Teilnahmeentscheidung und das Bietevolumen einer Bank bei einem Zinstender ohne Mindestbietungssatz bestimmen. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass Zinserwartungen, auch bei den Bundesbank Auktionen das Bieteverhalten der Banken beeinflussten. Allerdings verursachen Zinserwartungen im Gegensatz zur EZB keine abrupten Änderungen im Bieteverhalten und auch keine Bieterstreiks. Offenbar bewirkte das Fehlen eines Mindestbietungssatzes, dass sich die Gebote der Banken und damit der Reposatz und die Zinssätze am Interbankengeldmarkt graduell an ein verändertes Zinsniveau anpassen konnten.

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