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Kein Auslaufmodell: 20 Jahre Mercosur

Authors
Publisher
Deutschland
Publication Date
Keywords
  • Political Science
  • Economics
  • Politikwissenschaft
  • Wirtschaft
  • Mercado Común Del Sur
  • Unión De Naciones Suramericanas
  • Unasur
  • International Relations
  • International Politics
  • Foreign Affairs
  • Development Policy
  • Economic Policy
  • Internationale Beziehungen
  • Entwicklungspolitik
  • Wirtschaftspolitik
  • Lateinamerika
  • Mercosur
  • Regionalismus
  • Wirtschaftliche Integration
  • Wirtschaftsunion
  • Freihandelszone
  • Zollunion
  • Südamerika
  • Latin America
  • Regionalism
  • Economic Integration
  • Economic Union
  • Free Trade Area
  • Customs Union
  • South America

Abstract

Der Mercosur (Mercado Común del Sur – Gemeinsamer Markt des Südens) wird 20 Jahre alt. Mit dem Vertrag von Asunción legten Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay am 26. März 1991 den Grundstein für die nach wie vor bedeutendste Regionalorganisation Lateinamerikas. Zum Zeitpunkt seiner Gründung war der Mercosur ein herausragendes Beispiel für den "neuen" und "offenen" Regionalismus. Die anfänglichen wirtschaftlichen Erfolge mündeten jedoch bald in eine Phase anhaltender Stagnation. Vor dem Hintergrund der Schaffung neuer und stärker politisch orientierter Regionalorganisationen wie die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) oder die Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC) stellte sich zudem die Frage, ob der Mercosur für seine Mitglieder auch künftig noch der zentrale Bezugsrahmen in regionalen Fragen sein oder zu einem Auslaufmodell werden wird. Mit Blick auf seine wirtschaftlichen Integrationsziele (Zollunion, Schaffung eines gemeinsamen Marktes) ist der Mercosur deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Gründe liegen in den enormen Asymmetrien zwischen seinen Mitgliedsländern, in der fehlenden makroökonomischen Koordinierung und in den nationalen Alleingängen auf Kosten der Partner. Die geringen Fortschritte auf wirtschaftlichem Gebiet sind nicht zuletzt Ausdruck der Krise des "offenen" Regionalismus, mit dem die Organisation seit ihrer Schaffung verbunden ist. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts hat sich der Mercosur von diesem Integrationsmodell entfernt und einen stärker politischen Charakter angenommen. Die im vergangenen Jahrzehnt auf dem Subkontinent neu ins Leben gerufenen Regionalorganisationen stellen bislang keine ernsthaften Alternativen zum Mercosur dar. Über dessen Fortbestehen besteht in allen gesellschaftlichen Lagern weitgehender Konsens. Anders als der Mercosur, der nach wie vor auf einem festen wirtschaftlichen Fundament ruht und vielfach regulierend in den Alltag seiner Mitgliedsländer eingreift, hängen UNASUR, CELAC oder die Bolivarische Allianz für die Völker Amerikas (ALBA) wesentlich stärker von der politischen Konjunktur und der Kooperationsbereitschaft der jeweiligen Regierungen ab.

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