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Die Passivseite der Bankbilanz. Ein Portfolio-Ansatz

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55 Die Passivseite der Bankbilanz ein Portfolio-Ansatz Von Urs Müller, Universität Basel 1. Einleitung Die Passivseite der Bankbilanzen spiegelt das Portfolioverhalten der Anleger wider. Dabei gehen wir davon aus, dass die Banken die Zinssätze für die verschiedenen Positionen von Kundeneinlagen festsetzen, die Anleger sich jedoch als Mengenanpasser verhalten und ihr Portfolio ihren Präferenzen gemäss zusammenstellen. Im nächsten Abschnitt präsentieren wir ein entsprechendes theoretisches Port- foliomodell. Die Anleger maximieren den erwarteten Nutzen des Endperioden- vermögens. Danach wird das Portfolioallokationsproblem in ein konventionelles Nutzenmaximierungsproblem umformuliert. Durch Anwendung der logarithmi- schen Form von Roys Identität ergeben sich Nachfragefunktionen in der Form von Anteilsgleichungen. Die lokale Approximation der indirekten Nutzenfunk- tion durch eine Translogexpansion resultiert in explizit schätzbaren Nachfra- gegleichungen. Damit schätzen wir das Anlageverhalten der schweizerischen Bankkunden, wobei die vom Modell erforderten Restriktionen explizit getestet werden. Auch die Hypothese konstanter relativer Risikoaversion lässt sich im Rahmen dieses Modells sehr einfach überprüfen. Die vorliegende Untersuchung steht nicht in der grossen Tradition der Portfoliomodelle, die 1952 von Markowitz gegründet und durch Sharpe (1964), Lintner (1965), Merton (1973) und Breeden (1979) entscheidend erweitert wurde. Im Unterschied zu diesen Arbeiten handelt es sich hier nicht um einen expliziten Mean-Variance-Ansatz, weshalb auch keine Aussage gemacht werden kann zum Verhältnis von erwartetem Ertrag und entsprechendem Risiko. Die Fragestellung ist vielmehr, wie sich die Zusammensetzung des Portfolios quantitativ verändert, wenn sich die erwarteten Erträge ändern. Am Anfang dieser Litarturkette steht die theoretische Arbeit von Brainard und Tobin (1968). Sämtliche Portfolioanteile hängen von sämtlichen Zinssätzen sowie vom Einkommen, nicht jedoch v

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