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Quantenphysik, Interpretation und Fundamentalprinzip

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Publication Date
Keywords
  • Xxii. Deutscher Kongress Für Philosophie
  • Wissenschaftstheorie
  • Ddc:120

Abstract

1 Quantenphysik, Interpretation und Fundamentalprinzip Stephan M. Fischer Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte Technische Universität Berlin Das „Messproblem“ oder allgemeiner, das „Interpretationsproblem“ der Quantenphysik ist aktuell. Dies ist erstaunlich, liegt die Theorie doch seit nunmehr gut 100 Jahren vor, und kann sie mit Recht als die erfolgreichste, präziseste und umfassendste wissenschaftliche Konzeption bezeichnet werden, über die wir verfügen. Nach vielen der von den meisten Wissenschaftsphilosophen als zentral angesehenen Kriterien guter Theorien, ist die Quantenphysik unübertroffen. Die Zahl ihrer Anwendungen ist enorm, sie erreicht eine Genauigkeit, die weit über allen vorangegangenen Theorien liegt und ihr auch bei überraschenden und ungewohnten Prognosen erreichter Bestätigungserfolg muss beeindrucken. Kurz, sie gilt als ein ausgezeichneter Kandidat für das, was oft als ‚die aktuell beste Theorie‘ bezeichnet wird. Nur leider, sie beschreibt eine ‚seltsame‘ Quantenwelt. Formal gesehen betrifft das Interpretationsproblem die Differenz zwischen der Kontinuität der zu Grunde liegenden Gleichung und der Diskontinuität von Messergebnissen. Diese Diskontinuität verdankt sich formal der nicht-kommutativen Algebra für Operatoren. Bei allen Quantisierungsverfahren – auch wenn sie den Korrespondenz- und Analogievorschriften (zum ‚klassischen‘ Formalismus) genügen – müssen die Vertauschungsregeln zusätzlich angegeben werden. Der Inhalt dieser Vertauschungsregeln ist als solcher also nicht Inhalt des formalen Apparates; er ergibt sich nicht aus diesem. Diese Eigenständigkeit der Vertauschungsregeln ist notwendig, um die Lücke zwischen Formalismus und Messergebnis zu füllen; auf welche Eigenschaften der Quantenwelt sie sich dabei beziehen, eröffnet den Interpretationsspielraum. Viele der sich in diesem Verfahren ergebenden Eigenschaften muten nun seltsam

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