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Eine Äusserung Egli's über seine Studien zur Reformationsgeschichte Zürich's

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

- 449 — der Rückschlag überall in den Untertanengebieten folgte, da blieb auch den Evangelischen in Wesen nichts übrig, als sich in die Zeit zu schicken; Wesen ist seither wieder zum alten Glauben zurückgekehrt. Immer aber wird aus seiner Vergangenheit die Zeitspanne, welche sich ungefähr deckt mit der Lebenszeit Ulrich Zwingiis, herüberglänzen wie eine Oase, über die ein schöner Licht- strahl streift: die Erinnerung an die beiden Zwingli und an Gregor Bünzli bleibt für immer aufs Anziehendste mit der Geschichte Wesens verbunden. E. Egli. Miszellen. Eine Äusserung Egli's über seine Studien zur Reformationsgeschichte Ziirich's. Wie eindringlich sich Egli mit seinen Vorbereitungen für die 1910 nach seinem Tode erschienene Schweizerische Reformationsgeschichte beschäf- tigte, zeigen zwei Briefe, die er im November 1896 an seinen Collegen von der staatswissenschaftlichen Fakultät, Professor Dr. Georg Gohn, richtete, Er legte dem ersten, vom 11. des Monats, einen „Versuch", mit angefügtem Schema, bei und änderte dann am 14., nach einer Besprechung mit Gohn, dieses letztere mehrfach ab. In dem hier folgenden Abdruck ist das Schema in der zweiten modificierten Form wiedergegeben. „Versuch. Ich nehme Kirche und Staat vor der Reformation als Gegensatz und lasse diesen sich kreuzen mit dem Gegensatz von Wesen und Form. Die Kirche erscheint nach ihrer Form als staatsartig organisiertes Reich mit separater Berechtigung gegenüber dem Staate. Und zwar macht sie diese geltend nach drei Richtungen: sie beansprucht und übt, soweit sie kann, eigne Ökonomie, eigne Jurisdiction und eignes Regiment. Xach ihrem Wesen ist die Kirche die Anstalt zur Pflege des religiösen Lebens. Freilich damals in der schiefen Auffassung, dass sie sich selbst mit dem Reich Gottes, zu dem sie bloss anleiten soll, verwechselt. Dies bedingt dann die schwere Verderbnis der Religion, mit den drei Schäden: Werkheilig- keit, Aberglaube und Sittenverfall (diese Dreiteilung psychologisch begründet: Ver

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