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Kirche und Glaube auf der Ersten Zürcher Disputation vom 29. Januar 1523

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

Die liturgietheologische Arbeit Zwingiis am Sintflutgebet des Taufformulars Ein weiterer Blick in Zwingiis liturgische Werkstatt (Fortsetzung*9) von FRITZ SCHMIDT-CLAUSING Juds Provisorium Wir stellen noch einmal anhand unserer Synopse fest, daß Jud wie Zwingli die beiden Typologien des Lutherschen Sintfiutgebetes, Sintflut und Rotes Meer, ohne Bedenken behalten haben. Sie haben darin ledig- lich aus Luthers «damit [ = womit] dies Bad deiner heiligen Taufe zu- künftig bezeichnet» einen vollständigen Relativsatz gemacht, nämlich «in welchem dieses Bad der Taufe bezeichnet ist gewesen». Ich meine allerdings, daß diese scheinbar stilistische Abwandlung mehr bedeutet, als Kooiman annimmt, der nur von einer «merkwürdigen, schulmeister- lichen Mitteilung» spricht90. Trotz des singularen Relativs der Zürcher will mir der Passus eher als ein gedanklicher Abschluß der typologischen Intrade erscheinen. Eine solche Auffassung kann die spätere Übersetzung des Originals ins Lateinische bestätigen, die interpretiert: «quibus histo- riis lavacrum hoc baptismi praefigurasti - durch welche Geschichten du dieses Bad der Taufe vorgezeichnet hast91.» Luther wählte die Partizi- pialkonstruktion, weil er sie als Überleitung zu seinem dritten Bild von der Jordantaufe gebrauchte. Partizipien waren ihm zudem aus der latei- nischen Gebetssprache, insonderheit der Kartage, geläufig. Die Fortlassung der Jordantaufe in Juds Formular, die überdies ein Faktum und keinen Typus darstellt, ist ein beredter Ausweis liturgischer Theologie, und zwar in der Negation. Nicht daß für Jud und Zwingli die Taufe Jesu im Jordan kein testamentliches Ereignis war; aber die katho- lisierende Art, die sich für sie bei Luther zeigt, war ihnen strikt entgegen. Es war vor allem der Gedanke der Heiligung aller Wasser, die magische Auffassung der Elemente, die ihnen zuwider war. Dazu die Vorstellung 89 Vgl. Zwingliana, Bd. X I I I , Heft 8, 1972, S. 516-543. 90 W. J .Kooiman, a.a.O., Anm. 43, S. 290. 9 1

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