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Buch 1 metrisch übersetzt

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Universitäts- und Landesbibliothek
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Virgils Aeneide - Buch 1 metrisch übersetzt Vergils Aeneide, I. Buch. ^Metrisch übersetzt von Emil Irinseher. Heb' an mein Lied und sing' die hohen Thaten 1 Des Helden, den des Schicksals rauher Spruch Als Flüchtling fort von lliums Gestaden Zum Strand Laviniums, nach Italien, trug! Der, da's die ew'gen Götter so gewollt, Auf wildem Meer Unsägliches erduldet, Der auf dem Land gelitten unverschuldet, Weil Juno unversöhnlich ihm gegrollt! Wie oft umtoste ihn der Kriege Sturm und Wetter, 2 Eh' seine Hand der tro'schen Heimat Götter Latin'schem Lande sorgsam anvertraut, Bis er sich seine Stadt erbaut. So ist dir denn, Latinisches Geschlecht, Ahnherr von Alba, hier das Wiegenlied erklungen, So hat der Mauern steinernes Geflecht Dm dich, o stolze Roma, sich geschlungen! Leih' mir nun Muse dein unsterblich Ohr! 3 Wer von den Göttern trotzte Junos Willen'? Wer konnte so mit Gram ihr Herz erfüllen'? Wer schürte ihren ganzen Hass empor, Dass sie den Erdball in Bewegung setzte, Den Helden, der die Tugend nie verletzte, Den reinsten aller Sterblichen zu quälen'? Glüht, Götter, Wut und Zorn denn auch in euren Seelen'? Hoch blühte eine Stadt seit uralt langer Zeit, 4 Karthago war es, eine tyrische Gründung, Italien fern, fern von des Tiberis Mündung, Gewaltig, trotzig, stets zum Kampf bereit. Sie hatte Juno, wie man sich erzählt, Vor Samos selbst zum Lieblingsplatz erkoren, Verschloss doch ihre Waffen, festgestählt, Und ihr Gespann die Stadt in ihren Thoren. So glüht sie denn in sehnlichem Verlangen, 5 Es sollte, wenn's das Schicksal nicht gewehrt, Dahier das Reich in höchster Fülle prangen, Doch werde einst, so hatte sie gehört, Ein Volk sich nah'n, das tro'schem Blut entspross; Hin sinke in den Staub dann Tyriens Schloss, Dann 'werde Libyens Herrschaft jählings enden, So füg's die Spindel in der Parzen Händen! Als nun, indes nicht Angst und Furcht entweichen, 6 Der tro'sche Krieg vor ihre Seele tritt, In dem sie treu für ihre Griechen stritt, Will auch des Zornes Glut, der Stolz nicht schwei

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