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Epidemiologisches Bulletin 36 / 1998

Publisher
Robert Koch-Institut
Publication Date
Keywords
  • Medizin
  • Mrsa
  • Infektionskrankheiten
  • Tuberkulose
  • Ddc:610

Abstract

Epidemiologisches Bulletin 36/98 Epidemiologisches Bulletin 36/98 11. September 1998 Seite 255 Mehrfachresistenzphänotypen bei MRSA aus nosokomialen Infektionen in Deutschland 1997 Methicillin-resistente Stämme von Staphylococcus (S.) aureus (MRSA) sind zumeist mehrfachresistent gegen eine Reihe anderer antibakterieller Chemo- therapeutika mit grampositivem Wirkungsspektrum. Für MRSA, die in den sieb- ziger und achtziger Jahren weltweit auftraten, ist ein gemeinsamer Ausgangs- stamm wahrscheinlich. Diese MRSA erwarben Ende der siebziger Jahre eine Gentamicin-Resistenz (aacA-aphD-Gene auf Transposon Tn4001, z. T. in kon- jugative Plasmide integriert). Später erfolgten unabhängig voneinander Mutatio- nen zur Chinolon-Resistenz (grlA, gyrA) sowie zur Resistenz gegen Rifampicin. In Deutschland gab es Ausbrüche des sog. ›norddeutschen Epidemiestammes‹, der nur noch gegen Glykopeptide und die Streptograminkombination Quinu- pristin/Dalfopristin empfindlich war; auch die ersten in Deutschland aufgetre- tenen Vancomycin-intermediär-empfindlichen S. aureus (VISA) gehören dieser klonalen Gruppe an (s. a. Epid. Bull. 17/98: 1–23). Tabelle 1 zeigt die Häufigkeit der phänotypischen Resistenzeigenschaften von MRSA, die aus Krankenhausinfektionen in Deutschland im Jahr 1997 isoliert und an das Nationale Referenzzentrum für Staphylokokken am RKI zur Typisie- rung eingesandt wurden. Danach ist nur die Chinolon-Resistenz eine nahezu bei jedem MRSA anzutreffende Resistenzeigenschaft. Es gibt einen deutlichen Rückgang bei der Häufigkeit der Gentamicin-Resistenz, der Makrolid/Linkosa- midin-Resistenz sowie der Oxytetracyclin-Resistenz im Vergleich zu früheren Jahren. Resistenz gegen Mupirocin (MHK ³ 32 mg/l) ist nach wie vor selten; bei intermediär empfindlichen Stämmen (MHK 4–16 mg/l) gibt es bisher nur sehr wenige Angaben über ein sanierungsrefraktäres Verhalten. Bei keinem der unter- suchten Stämme wurde Resistenz gegen Quinupristin/Dalfopristin nachgewiesen. Die Ursachen für den ›Rückgang‹ der Meh

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