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Individuum und Weltanschauung : ein Beitrag zur psychoanalytischen Massenpsychologie

Authors
Publisher
Fischer Taschenbuch Verl.
Publication Date
Keywords
  • Psychology
  • Psychologie
  • Social Psychology
  • Sozialpsychologie
  • Individuum
  • Weltanschauung
  • Mensch
  • Verdrängung
  • Kultur
  • Gesellschaft
  • Wahrnehmung
  • Sozialisation
  • Psychoanalyse
  • Faschismus
  • Autonomie
  • Organisationsform
  • Kollektiv
  • Bedürfnisbefriedigung
  • Vertrauen
  • Solidarität
  • Friedensbewegung
  • Studentenbewegung
  • Spontaneität
  • Psychische Krankheit
  • Masse
  • Bundesrepublik Deutschland
  • Individualität
  • Drittes Reich
  • Individual
  • Human Being
  • Suppression
  • Culture
  • Society
  • Perception
  • Socialization
  • Psychology
  • Psychoanalysis
  • Fascism
  • Autonomy
  • Type Of Organization
  • Collective
  • Need Satisfaction
  • Confidence
  • Solidarity
  • Peace Movement
  • Student Movement
  • Spontaneity
  • Mental Illness
  • Mass
  • Federal Republic Of Germany
  • Individuality
  • Third Reich
  • Theory Application
  • Theorieanwendung

Abstract

Der Umgang, den die Menschen mit ihren Verdrängungen und dem Verdrängten pflegen oder nicht pflegen können, sagt nicht nur jeweils etwas über einen einzelnen Menschen aus, sondern gleichermaßen etwas über die psychologische Kultur der Gesellschaft, in der sie leben. Die Verdrängungsschranke, die Art ihrer Wahrnehmung: ob überhaupt und wie die aus dem Unbekannten drängenden Impulse gespürt, die Existenz des "inneren Auslandes" anerkannt wird, ist Resultat der frühen Sozialisation. Der Autor stellt die Psychologie von Alfred Lorenzer dar. Der Gewinn dieser interaktionstheoretischen Explikation der Psychoanalyse liegt darin, die Vermittlungen zwischen Individuum und Gesellschaft genauer untersuchen und analysieren zu können. In der Psychoanalyse waren von Anfang an die strengen Unterscheidungen von krank und gesund, pathologisch und normal problematisch. Es stellt sich vielmehr die Frage nach der Krankheit einer ganzen Gesellschaft, wie sie z.B. Alexander Mitscherlich gestellt hat. Vielleicht hat eine Gesellschaft in großem Umfang Mittel zur Verfügung, die es ihren Mitgliedern ermöglicht, mit ihren psychischen Beschädigungen gut zurechtzukommen, sich mit solchen Beschädigungen sogar wohl und geehrt zu fühlen, weil sie offensichtlich belobigt und belohnt werden? Der Autor untersucht, welche pathologischen Mittel es sind, die eine Gesellschaft bereitstellt und damit eine große Zahl ihrer Mitglieder in einen psychischen Zustand versetzt, in dem sie ihre Bedürfnisse befriedigt wähnen? Am Beispiel der Massenpsychologie des Faschismus werden diese Fragen erläutert. Der Autor beschäftigt danach mit der Frage, ob eine Massenpsychologie denkbar wäre, die die Menschen nicht entmächtigt, sie nicht ihrer Autonomie beraubt und nicht ihr Ich einschränkt. Sind Organisationsformen von Menschenmassen und Kollektiven überhaupt vorstellbar, die die Menschen nicht unter die Knute des Gehorsams zwingen und ihre Lebensentwürfe zerstören? Es gibt empirische Hinweise auf die Ambivalenz des psychischen Impulses zu einem besseren und befriedigenderen Leben und seiner gleichzeitigen Verbannung ins Unbewusste. In einer empirischen Studie ist der Autor auf Formen einer Lebenspraxis gestoßen, die auf Bedürfnisbefriedigung, Liebe, Lebenslust, Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Solidarität zielt. Als Beispiele wird die Friedensbewegung von 1983 gesehen. Hier hat sich plötzlich der politische Eros nach langen Jahren des Zerfalls der Studentenbewegung freie Bahn geschaffen: Gewaltlosigkeit, Spontaneität, Einfallsreichtum gepaart mit Umsicht, Witz und Trotz. (LO)

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