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Bern am Kreuzweg ökumenischer Begegnung zur Reformationszeit

Authors
Publisher
Zwingliana
Publication Date

Abstract

Bern am Kreuzweg ökumenischer Begegnung zur Reformationszeit von OTTO E R I C H STBASSEE In seiner so wert- und geistvollen Darstellung der «Konflikte des Zwinglianismus, Luthertums und Calvinismus in der Bernischen Landes- kirche von 1532-15581» erklärt Carl Bernhard Hundeshagen: «Alle kirchlich-theologischen Systeme hat man in Bern praktisch erprobt wie kein anderer der Schweizer Staaten.» Daß so Bern zu einem Treffpunkt sich kreuzender theologisch-kirchlicher Wege in der Reformationszeit wurde, ist deshalb eigentümlich, weil es durchaus nicht im Brennpunkt der damaligen starken geistigen, gar religiösen Ausstrahlungen lag. Nennt doch Anfang des 16. Jahrhunder ts der Franziskaner Thomas Murner, Bern «utpote civitatem simplicem, rusticam, indoctam, sed pugnacem, bellicosam et potentem2 ». Diese Stadt lag an keiner der großen Verkehrs- linien, war demzufolge ohne bedeutende Gewerbe- und Handelstätigkeit. Es war Bern im Ü e c h t ( = W ü s t ) l a n d . Trotz einigem hervorragendem Kunstschaffen (Münsterbau, Nelkenmeister, Nikiaus Manuel) und seiner guten Lateinschule berührte der Strom der Renaissance, des Humanismus die Aarestadt nicht3 . Sie war die des Militärs, der Politik, Reichsstadt, wobei, im Unterschied zu manch andern Städten im Reich, ein Patriziat und eine Bürgerschaft, s ta t t sich immer wieder zu bekämpfen, zur mate- riellen, staatlichen Wohlfahrt des Gemeinwesens sich schon frühe ver- eint hat ten. Zwar führt dieses politische Bern schon vor der Reformation Reformen auch im kirchlichen Bereiche durch. In Bern gab es wohl eine Kollegiatskathedrale, seine Bischöfe aber residierten fern in Konstanz und Lausanne. In dieses geistig-geistliche bernische Tief, strömte nun von auswärts mit der Reformation ein ihm entgegengesetztes Hoch, langsamer als anderwärts (zum Beispiel in Zürich), aber aus verschiedener Richtung sich in Bern kreuzend, Gewitter erregend, Konflikte. Ob dem ersten frischen reformatorischen Wind aus dem Norden Brisen i Bern 1842, S.

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