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Assoziation von klinischen und kernspintomographischen Parametern bei Patienten mit Multipler Sklerose - eine retrospektive Querschnittsstudie

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Publication Date
Keywords
  • 610 Medizin

Abstract

In der Diagnostik der Multiplen Sklerose (MS) nimmt die Magnetresonanztomographie (MRT) eine zentrale Rolle ein, mit deren Einsatz Läsionen ebenso wie das Ausmaß der Atrophie erfasst werden können. In dieser Querschnittstudie wurde anhand kranieller MRT-Aufnahmen die Anzahl der Läsionen in verschiedenen Hirnarealen bestimmt, zentrale sowie diffus ausgeprägte Atrophie gemessen und ein Zusammenhang zwischen den MRT-Parametern und Alter, Erkrankungsdauer, Expanded Disability Status Scale (EDSS) und Gehtrecke untersucht. Dazu wurden retrospektiv Daten von in der Neurologischen Universitätsklinik Regensburg behandelten MS-Patienten erhoben. Insgesamt standen 84 Patienten (59 RRMS, 25 SPMS/PPMS) für die Erhebung der Läsionsanzahl und der linearen Atrophieparameter (Weite des 3. Ventrikels, Bicaudatio Ratio) und 57 Patienten für die (semi-)automatische Statistical parametric mapping (SPM)-Auswertung zur Ermittlung der Brain parenchymal fraction (BPF) zur Verfügung. Zudem wurde ein Vergleich der BPF der MS-Patienten mit einem gesunden Kontrollkollektiv (n=11) durchgeführt. Als ein bisher nicht beschriebenes Verfahren wurde in unserer Studie erstmals die Kategorie der Diffusität eingeführt. Die Entzündungsparameter korrelierten signifikant mit Erkrankungsdauer und EDSS, wobei die Diffusität die höchste Korrelation aufwies. Bei den RRMS-Patienten korrelierten die Entzündungsparameter nur mit der Erkrankungsdauer, in der Gruppe der Patienten mit progredienter MS fehlten signifikante Werte. Im Vergleich zum gesunden Kontrollkollektiv zeigte sich bei den MS-Patienten eine signifikant größere Atrophie, also Weite des 3. Ventrikels (W3V) und Bicaudatio ratio (BCR) und geringere BPF. Im Gesamtkollektiv korrelierten BPF und W3V am besten mit dem EDSS, die W3V und BCR mit der Erkrankungsdauer. In den Untergruppen zeigte sich eine deutliche Verteilung der Koeffizienten mit signifikanten Korrelationen der RRMS-Patienten nur im Bereich Alter und Erkrankungsdauer, der Patienten mit progredienter MS nur im Bereich EDSS und Gehstrecke. Schließlich konnten wir feststellen, dass die BPF auch aus T2-gewichteten Routine-2D-Datensätzen und mittels semiautomatischen Vorgehens wenig zeitaufwändig ermittelt werden kann. Eine noch einfachere und auch im Alltag anwendbare Methode stellt jedoch die Verwendung der linearen Atrophieparameter dar, die vergleichbare Korrelationen wie die BPF lieferten.

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