Affordable Access

Kribbelmücke und ihre Entwicklung : Schluss

Authors
Publisher
Univ.-Bibliothek
Publication Date

Abstract

Nerthus - Die Kribbelmücke und ihre Entwicklung Universitätsbibliothek JCS Frankfurt am Main Sammlung deutscher botanischer Zeitschriften 1753-1914 Nerthus ill. Wochenschr. für Tier- u. Pflanzenfreunde ; Organ für Sammler u. Freunde aller naturwiss. Zweige Die Kribbelmücke und ihre Entwicklung - Schluss Ulmer, Georg Hamburg-Altona, 1901 urn:nbn:de:hebis:30:4-42386 19<S grossen Puppen des Kiefernschwärmers (Sphinx pinastri), doch ist dieser mit besserem Erfolg im Juni als ausgebildeter Schmetterling von den Kiefernstämmen zu suchen, an denen er sich gerne aufhält. Das Kieferngehölz haben wir abge¬ streift und betreten jetzt wieder eine Heidefläche, welche wir rasch durch¬ schreiten. Doch plötzlich halten wir inne, denn vor uns kriecht eine grosse, braune, behaarte Raupe im Heidekraut. Aber im Augenblick, wo wir sie zu greifen versuchen, rollt sie sich spiral¬ förmig zusammen und lässt sich auf die Erde fallen. Wir haben hier die Raupe des Brombeerspinners (Bombyx rubi) vor uns, die man im Herbst zu Hunderten in den Mooren der norddeutschen Tief¬ ebene antreffen kann. Sie überwintert erwachsen, und da sie ziemlich empfind¬ lich gegen äussere Einflüsse ist, auch häufig von Schlupfwespen befallen ist, so geht im W inter eine grosse Anzahl Raupen zu Grunde. Infolgedessen ist im Frühjahr die Raupe ziemlich selten. Mitte April verpuppt sie sich in einem langen röhrenförmigen Kokon, aus dem im Juni der Schmetterling schlüpft. Um die Rubi-Raupen in der Gefangen¬ schaft glücklich durch den Winter zu bringen, verfährt man folgendermassen. In eine Kiste, die mit Heidekraut be¬ pflanzt ist, setzt man die im Herbst er¬ beuteten Raupen, verschliesst die Kiste mit einem Deckel aus Drahtgaze und stellt sie ins Freie, wo sie allen Un¬ bilden der Witterung ausgesetzt ist. Ende Januar nimmt man die Kiste ins warme Zimmer, wo dann die Rubi-Raupen langsam aus ihrer Winterstarre erwachen. Sie fressen dann noch etwas Heidekraut und begeben sich meist schon nach wenigen Tagen zur Verpuppung.

There are no comments yet on this publication. Be the first to share your thoughts.