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Studien üer die Entwicklung der Harnblase bei den Schweineembryonen mit besonderer Berücksichtigung der Entstehung der primären Harnröhre und der Verschiebung der Mündungs-stelle der Wolff'schen Gänge

Authors
Publisher
岡山医学会
Publication Date

Abstract

Aus der Literatur kann man erkennen, dass sich die Studien über die Eutwicklung der Harnblase, welche schon von vielen Autoren ausgeführt wurden, nur auf die “ventrale und dorsale Aufteilung der Kloake” beschränkten und dass die durch diese Aufteilung entstandene ventrokraniale Kloakenpartie als Harnblasenanlage bezeichnet wurde. Obwohl Keibel und seine Anhänger behaupteten, dass sich die Harnblase aus der Kloake entwickelt, und Mihalcovics und seine Genossen die Meinung verfochten, dass sie von der Allantois entsteht, diskutieren sie doch miteinander, und zwar lediglich über die ursprüngliche Abhängigkeit der gauz identischeu Partie, der Allantoiswurzel, welche von Mihalcovics Allantoisschenkel und von Felix Kloakeuschenkel genannt wurde. Die Forschung über die weitere Entwickluug der Harnblase nach der Aufteilung der Kloake ist ganz veruachlässigt wurden; desbalb habe ich bei den Kaninhenembryonen genaueste Untersuchungen angestellt und die Ergebnisse schon in der Okayama-Igakkai-Zasshi Nr. 551 veröffentlicht. Ich habe die erste Anlage der Harnblase bei einem 14.0 mm laugen Kaninchenembryo am 15. Befruchtungstage in einer dem Nabel sehr naheliegenden Stelle des Urachus erscheinen gefunden, ihr einen Name, Urachussäckchen, Sacculus urachi (Ofuji), gegeben und über ihren weiteren Entwicklungszustand eingehend referiert. Da so viele Autoren die Allantoiswurzel als die Harnblasenaulage ansahen, so ist meine Theorie eine gauz neue, andersartige. Nun hatte ich neulich Gelegenheit, meine Arbeit noch einmal mit Schweineembryonen nachzuprüfen. Die Materialien, die mir zur Verfügung standen, sind teils von dem kostbaren Exemplare, welches mein verehrter Chef, Prof. J. Shikinami, von einer früheren Besichtigungsreise in Amerika mitbrachte, teils von meiner neuen Sammlung abhängig. Sie wurden in Zenker's Lösung oder Formol oder Formol-Alkohol fixiert, mit Borax-Karmin gefärbt, in Paraffin eingebettet und in 10μ oder 30μ dicke Schnittserien zerlegt. Mittelst des Edinger'schen Lichtapparates und nach dem Born-Peter'schen Verfahren wurden Wachsplattenmodelle von 75 oder 50 facher Vergrösserung dieses Serienpräparates rekonstruiert. Auf Grund der morphologischen Anschauung der Rekonstruktionsmodelle und der histologischen, mikroskopischen Beobachtung kann ich den folgenden, mit dem bei kaninchenembryonen erhaltenen fast übereinstimmenden Schluss ziehen und meine Theorie als eine ratiouelle bestimmen: 1) Die Harnblase entwickelt sich von einem der vorderen Bauchwand naheliegenden Urachusteil aus; ihre aufängliche Anlage, Urachussäckchen, Sacculus urachi (Ofuji), wind zum erstenmal bei einem Embryo von 14.0 mm Scheitel-Steiss-Läuge bemerkt. 2) Das Urachussäckchen dehnt sich ventral-, lateral- und noch stärker dorsalwärts aus, ninunt zugleich an Läuge allmählich kaudalwärts zu und bildet bei einem Embryo von 45.0 mm Sch. -St. -L. mit dem grössten im Leib des Embryo gelegenen Urachusteil einen 5.0 mm Längsdurchmesser aufweisenden spindelförmigen Beutel, der durch die Erhaltung der beiden Ureterinündungen in seinem Boden vüllig geformt wird 3) Demnach bildet die Harnblase zuerst den Scheitel, darn den Körper, endlich den Grund aus. 4) Ein sehr kleiner zwiscben dem Urachussäckchen und der vorderen Bauchwand liegeuder Urachusteil beteiligt sich nicht an der Bildung der Harnblase, er soll später durch Obliteration seines Lumens zunr Lig. umbilicale medium werden. 5) Bei einem Embryo von 17.0 mm Sch. -St. -L. entsteht die primäre Harnröhre (Urethra im engeren Sinne) durch die Ausdehnung des Allantoisschenkels. Sie befindet sich aufaugs kaudal von der Mündung des Wolff'schen Ganges, ihre untere Grenze lässt sich mit einer lateralen Ausbuchtung markieren, ihre obere Grenze aber ist unklar. 6) Gemass der Ausdehnung des Allantoisschenkels erweitert sich die Mundung des Wolff'schen Ganges kranialwarts; dann beginnt sie sich bei einem Embryo von 23.0mm Sch.-St.-L. kaudalwarts zu verschieden und infolgedessen bekommt der kaudale Ureterteil einen Bogen und eineu absteigenden Schenkel. 7) Der absteigende Schenkel des Ureters legt sich von unten nach oben an die laterale Wand des Allantoisschenkels an, und es entsteht eine neue Koinmunikation des Ureters mit dem Allantoisschenkel. 8) Da sich der Scheitelpunkt des kaudalen Ureterbogens kranialwarts bildet und die Kommunikation zwiscben dem Ureter und dem Allantoisschenkel auch nach oben steigt, so verschiebt sich die Uretermundung nach und each kranialwarts und erreicht bei einem Embryo von 45.0mm Sch.-St.-L. den Blasengrund. 9) Die Eutwicklung der Harnblase bei den Schweineembryonen ist ganz identisch mit derjenigen bei den Kaninchenembryonen, aber der Entstehungsprocess der primaren Harnrohre und der Verschiebungszustand der Uretermundung sind bei diesen beiden Saugetieren sehr verschieden voneinander.

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