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Glaube der Menschen in der Urzeit

Authors
Publisher
Institute of Philosophy and Theology of Society of Jesus
Publication Date

Abstract

Im Zusammenhang mit dem Schreiben eines Handbuches für Geschichte in unseren Schulen wollten wir über den Ursprung der Religion einige Gedanken vorlegen. Dem genannten Handbuch zufolge habe das erste Stadium des Glaubens in der Urgeschichte im Totemismus, d.h. im Kult eines Tiers als Ursprungs der Gattung, und das zweite Stadium im Animismus, d. i. im Glauben an die Beseeltheit der Natur und ihrer Kräfte, bestanden. Die Verfasser des Handbuches folgen den Vertretern evolutionistischer Hypothesen u. z. für das erste Stadium den Auffassungen von W. R. Smith und E. Durkheim und für das zweite denen von E. B. Tylor. Uns scheint es jedoch, der Totemismus sei überhaupt kein religiöses Phänomen und wenn schon, dann viel späteren Datums. Der Animismus von Tylor ist mit all jenen Schwierigkeiten verbunden, welche das tjbertragen des Evolutionismus von der materiellen und biologischen auf ethisch-psychologische Ebene begleiten. Die These vom Höchsten Wesen als dem ältesten religiösen Phänomen der Menschheitsgeschichte, und diese These ist das Ergebnis methodischer Untersuchungen der Kulturgeschichte, scheint uns als die am besten fundierte zu sein. Sie wird auch durch die Unterscheidung von thematischer und unthematischer Gotteserkenntnis, die besonders von K. Rahner hervorgehoben wurde, und durch die von H. U. von Balthasar ausgearbeitete Genese des Zugangs zu Gott eines Kindes, bestätigt. Am Schluß zeigten wir auch, daß Angst, Unwissen und Machtlosigkeit nicht Glauben sondern Aberlauben erzeugen. Es ist daher abwegig, sie als Glaubensquelle darzustellen.

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